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Échange avec Mérignac

Text und Bilder: Unbekannt (Juni 2015)

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Interview mit einem Zeitzeugen

Am Freitag nach den Ferien hatten wir, die Schüler des Leistungskurses Französisch der Stufe 11 unter Leitung von Frau Mercker und Herrn Schleif, die Möglichkeit, an der französischen Schule „Lycée Victor Hugo“ einen Zeitzeugen eines gegen Kriegsende stattgefundenen Nazi-Massakers zu treffen. Da dieses Thema immer wieder zum Zentrum des Geschichtsunterrichts an der Ziehenschule gehört und speziell im nächsten Halbjahr wieder wichtig wird, war es eine ideale Gelegenheit, uns Schüler die Aspekte des Naziregimes nacherleben zu lassen. Nach einer relativ langen Fahrt mit der U-Bahn kamen wir an der Schule an, die uns direkt durch ihre Modernität und einen netten Empfang auffiel. Der Saal, in dem das Interview stattfand, war ebenso modern und obwohl der mittlerweile 89-jährige Zeitzeuge sehr leise sprach, konnten wir ihn sehr gut verstehen. Auch war das Ereignis ein gutes Training für unser Französisch, denn Robert Hébras stammt aus dem südlichen Frankreich und spricht kein Deutsch. Das Massaker, das Herr Hébras miterlebt hat, fand am 10. Juni 1944, also vier Tage nach dem „Débarquement“ der Alliierten in der Normandie, in dem Dorf Oradour-sur-Glane statt. Mitglieder der 2. SS-Panzer-Division „Das Reich“ töteten hier auf bestialische Weise 642 Dorfbewohner. Ihre typische Vorgehensweise hatte die Panzer-Division zuvor bei ihren Einsätzen an der Ostfront perfektioniert.

Robert Hébras wirkte auf den ersten Blick eher körperlich fit und hatte einen freundlichen Gesichtsausdruck, sodass wir uns wunderten, wie jemand, der einen Großteil seiner Familie verloren hat, einen so zufriedenen Eindruck machen kann. Aber auf Nachfragen hin erklärte er uns, er habe gelernt, den Deutschen und der Menschheit für die schlimmen Taten in der Zeit des Naziregimes zu verzeihen. Den Mördern seiner Schwestern und seiner Mutter könne er jedoch nicht verzeihen. Je mehr wir über die Umstände dieses Massakers durch unsere Fragen wissen wollten, desto verbitterter wurde Herr Hébras. Doch nicht nur das Ereignis vom Juni ´44 interessierte uns. Wir fragten ihn viel über seine Lebensumstände nach dem Massaker, über seinen Glauben an Gott und an die Menschen. Herr Hébras begegnete uns als gezeichneter aber nicht als verzweifelter Mann. Nach dem Tod einer der nur 6 Überlebenden vor dreißig Jahren beschloss er, das an den Bewohnern seines Dorfes verübte Kriegsverbrechen in das Bewusstsein der betroffenen Nationen, d.h. Frankreichs und Deutschlands, zu bringen. Das Interview, bei dem wir mitwirken durften, ist nur ein kleiner Teil des Verdienstes, den dieser Zeitzeuge zur Erinnerung, Aufklärung und Versöhnung zwischen Frankreich und Deutschland leistet und geleistet hat. Jeder von uns war über verschiedene Aspekte dieses Interviews nachdenklich geworden, aber wir stimmten alle in dem Punkt überein, dass wir ein Vorbild und einen besonderen Mann getroffen hatten, der uns viel mehr die Nazi-Zeit näher gebracht hatte, als es Lehrbücher können. Das Zeitzeugeninterview war nicht nur besonders, weil zwei verschiedene Generationen, Sprachen und Kulturen aufeinander getroffen sind. Es war auch besonders, weil Herr Hébras uns Schüler durch seine Schilderung und seine Person einen Teil der deutschen Geschichte, an die man sich erinnern muss, miterleben ließ. Wir machten die Erfahrung, dass die in der Schule gelernten Fakten durch eine solche direkte Begegnung besser nachvollziehbar sind.

Text: Jan Philipp Hahn (20.04.2015)

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Betriebspraktikum in Bordeaux

Erst mal die Stadt  und unsere corres kennenlernen…

Vom 22.Januar bis zum 7.Februar, also fast drei Wochen, war unser 10er AbiBac-Kurs in Bordeaux. Unsere Austauschpartner dort ist die AbiBac-Klasse der 2nde des Lycée Pape Clément in Pessac. Die meisten von uns haben in den Familien unserer Austauschpartner gewohnt, diese haben uns auch den Praktikumsplatz, meist entsprechend unseren Wünschen, gesucht. In den ersten Tagen konnten wir unsere Partner, die Schule und die Familien kennenlernen, dann waren wir zwei komplette Wochen im Praktikum, und abschließend haben wir Kulturelles gemacht und erlebt.

Es gab viele tolle, spannende, lustige und interessante Tage mit verschiedenen Aktivitäten. Wir haben alle zusammen Bordeaux besichtigt und viel über die Stadt erfahren. Wir haben jedoch keine der üblichen Führungen gemacht, sondern sind mit unseren Austauschpartnern zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt gelaufen, die sie uns dann kurz vorgestellt haben. An einem Nachmittag sind wir nach dem Praktikum  alle zusammen beim Bowling gewesen, was uns großen Spaß gemacht hat, außerdem haben wir uns da als Klassen besser kennengelernt.

Betriebe kennenlernen und darin arbeiten!

Unsere Hauptbeschäftigung war natürlich das Praktikum. Wir waren u.a. in Bäckereien, Schulen, Kindergärten, Rathäusern, Blumenläden, einer Schokolaterie usw. Ich persönlich war in einer Bäckerei, und das war ein tolles Erlebnis. Die Mitarbeiter waren freundlich und haben mir immer geholfen, sogar die Kunden, wenn ich etwas nicht verstanden habe. Eine Spezialität der Bäckerei war die Herstellung von dunklen Brotsorten, Bauernbrot usw., wie man es sonst nur in Deutschland findet.

Wir haben nicht nur unsere Sprachkenntnisse verbessert, sondern auch neue Freunde gefunden. Ein Theaterstück haben wir während des Praktikums zusammen besucht. Unsere freie Zeit haben wir meist mit unseren Austauschpartnern verbracht.

Wer war Jean Moulin?

An den letzten beiden freien Tagen, wurde uns  zunächst ein „Château“, das bedeutet in der Region natürlich: ein großes altes Weingut, gezeigt.

Am Nachmittag haben wir dann im Stadtzentrum das Musée Jean Moulin besichtigt – Jean Moulin war ein wichtiger Politiker, der für de Gaulle in Frankreich den Widerstand gegen die deutsche Besatzung organisiert hat, dann aber gefangengenommen und nach der Folter durch die SS gestorben ist - in Frankreich ist er noch heute ein Nationalheld. Hier konnten wir viel über das Leben der Franzosen während des zweiten Weltkriegs unter der deutschen Besatzung, über die Verfolgung der Juden und Widerstandskämpfer erfahren.

Auch Theater haben wir gespielt! 

Am letzten Tag haben wir dann unter Anleitung eines deutsch-französischen Theatermachers  in kleinen gemischten Gruppen Briefe und Postkarten deutscher und französischer Soldaten aus dem Ersten Weltkrieg gelesen und besprochen, dann überlegt, an wen sie adressiert waren, manchmal auch einen Brief als Antwort ausgedacht. Vor allem haben wir uns davon ausgehend oder dazu passend, uns Situationen und Szenen überlegt, Texte der beteiligten Personen erarbeitet, dann inszeniert und ausprobiert – in beiden Sprachen, und sie dann auf der Bühne im Theater allen anderen im Zuschauerraum vorgespielt. Die corres haben meistens deutsch gesprochen und wir meist französisch. Das hat allen nicht nur Spaß gemacht, wir haben dabei auch ganz verschiedene Dinge gelernt. Meistens wurde auch die mittlerweile für selbstverständlich angesehene Freundschaft und die Solidarität zwischen den beiden Ländern angesprochen und theatralisch umgesetzt. Manchen von uns kam dabei natürlich zugute, dass sie Darstellendes Spiel machen.

Le départ

Am Mittwoch, dem 11. Februar haben wir dann Bordeaux und unsere neuen Freunde traurig verlassen – wir wussten jedoch, dass wir sie in gut drei Monaten wiedersehen würden – diesmal bei uns in Frankfurt. Jetzt müssen wir für sie möglichst gute Praktikumsplätze finden und überlegen, was wir mit ihnen unternehmen, um ihnen den Aufenthalt in Frankfurt interessant und angenehm zu gestalten!

Text: Clara, Nina und Antonia (April 2015)

Mon stage dans une boulangerie-patisserie 

Moi, j’ai fait mon stage dans une boulangerie-pâtisserie à Mérignac, une commune dans la banlieue de Bordeaux qu’on peut comparer à Eschersheim et sa place dans la ville de Francfort.

Ma journée commençait très tôt, à 7 h 00, mais elle finissait déjà à 13 h 00. Mes tâches étaient surtout de sucrer des crêpes, de faire des sandwichs, d’aider à préparer des pâtes et de décorer des gâteaux.

Mon patron et ses employés m’ont traitée très bien, et je me suis sentie bien intégrée dès le début. Même quand il y avait des tâches que je ne comprenais pas tout de suite, ce n’était pas un problème de demander – ils m’ont tout expliqué avec beaucoup de patience. J’étais donc très contente de mon stage.

Text: Samantha (April 2015)

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Prix des Lycéens

Im Februar 2014 habe ich die Ziehenschule beim Prix des Lycéens allemands vertreten. Dies ist ein französischer Literatur-Wettbewerb, bei dem aus vier französischen Büchern das Beste gekürt wird, das dann auf Deutsch übersetzt werden soll. Dieses Jahr standen zur Auswahl:

  • „MA“ de Louis Atlangana, ein Buch über einen Afrikanischen Jungen, der erwachsen wird. 
  • „Le Parloir“ de Eric Sanvoisin über einen Gefangenen, der nicht redet. 
  • „Demander l’impossible.com“ de Irène Cohen-Janca über einen Jungen, der erwachsen wird.
  • „Le cœur n’est pas un genou que l’on peut plier“ de Sabine Panet et Pauline Penot über eine Zwangsheirat nach Afrika. 

Eine erste Vorauswahl wurde in unseren beiden Französisch-Leistungskursen getroffen, bei der „Le Parloir“ gewonnen hat. Die nächste Auswahl-Runde war auf Landesebene (Hessen), bei der ich als Vertreterin der Ziehenschule nach Bad Homburg gehen durfte. Dort waren ca.45 andere hessische Französisch-Schüler vertreten.

Bei dieser Auswahl-Runde wurden wir in kleine Gruppen aufgeteilt und bekamen eines der vier zur Auswahl stehenden Bücher zugeteilt, welches wir dann in max. 3 min. vorstellen sollten. In meiner Gruppe beschäftigten wir uns mit „Le Parloir“. Wir entschieden uns, das Buch in einem stummen Theaterstück vorzuführen. Nach den Präsentationen gab es eine Diskussionsrunde, in der zwei Schüler aus jeder Gruppe für ihren Favoriten argumentieren konnten. Ich durfte an diesen Diskussionen teilnehmen. Schnell kristallisierte sich unser aller Favorit heraus, nämlich „Le Parloir“, welches dann auch die Endabstimmung gewann. Die nächste Auswahl-Runde ist dann auf Bundesebene im Sommer 2014.

Alles in allem war es ein sehr schöner Tag in Bad Homburg. Die Gruppenarbeit hat sehr viel Spaß gemacht, da alle Teilnehmer motiviert und engagiert waren. Ich würde an derartigen Ereignissen in Zukunft gerne wieder teilnehmen.

Text: Jasmin Theobald (Februar 2014)

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