Schul-Sanitäter
Der Schulsanitätsdienst der Ziehenschule ist seit 1989 ein fester Bestandteil des Schullebens. Nach einer fundierten Erste-Hilfe-Ausbildung übernehmen engagierte Schülerinnen und Schüler freiwillig Verantwortung und leisten bei kleineren und größeren Notfällen schnelle Hilfe. Mit durchschnittlich sechs bis sieben Einsätzen pro Schultag entlasten sie Lehrkräfte und Sekretariat und sammeln zugleich wertvolle Erfahrungen in sozialem Engagement und Verantwortungsbewusstsein.
Im Schuljahr 2025/2026 wurde das Engagement der Ziehenschule vom Arbeiter-Samariter-Bund Hessen mit einem Zertifikat für die erfolgreiche Arbeit des Schulsanitätsdienstes gewürdigt.
Ziele und Geschichte
Der Schulsanitätsdienst wurde 1989 mit Unterstützung des damaligen Schulleiters OStD Günther Brill und unter Beratung des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) gegründet. Neben der schnellen und kompetenten Hilfe in Notfällen trägt der Schulsanitätsdienst dazu bei, Verantwortung füreinander im Schulalltag zu übernehmen. Das Prinzip „Schüler helfen Schülern“ fördert Verantwortungsbewusstsein, Teamfähigkeit und soziale Kompetenz.
Der Weg zum Schul-Sani
Wer Schulsanitäter werden möchte, legt zunächst die Grundlagen in einem Erste-Hilfe-Kurs. Der Schulsanitätsdienst kooperiert hierfür mit dem ASB Frankfurt-Höchst. Alle Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 9 nehmen an einem neunstündigen Erste-Hilfe-Kurs teil. Anschließend können sich interessierte Schülerinnen und Schüler für die Mitarbeit im Schulsanitätsdienst bewerben.
Die ausgewählten Schulsanitäter treffen sich regelmäßig in einer AG. Neben einem Basiskurs erhalten sie monatliche Fortbildungen, in denen insbesondere anhand von Fallbeispielen für den Ernstfall geübt wird. Auch die Nachbesprechung realer Einsätze gehört dazu.
Derzeit engagieren sich rund 25 Schülerinnen und Schüler im Schulsanitätsdienst. Sie arbeiten nach einem festen Dienstplan, sodass an jedem Schultag mehrere Schulsanis einsatzbereit sind.
Im Einsatz
Ob auf dem Schulhof, im Sportunterricht oder während einer Unterrichtsstunde – die Schulsanis sind oft die Ersten vor Ort und können schnell Hilfe leisten.
Die Alarmierung erfolgt über Meldeempfänger, die vom Sekretariat ausgelöst werden. Die Schulsanis begeben sich anschließend zum Unfallort oder ins Sanitätszimmer. Das Sekretariat koordiniert die weiteren Maßnahmen, informiert gegebenenfalls Eltern oder Rettungsdienst und übernimmt innerhalb der Schule eine Leitstellenfunktion.
Jeder Einsatz wird dokumentiert. Die Aufzeichnungen dienen sowohl der Nachbereitung einzelner Fälle als auch der Weiterentwicklung und Planung des Schulsanitätsdienstes.
Mehr als Erste Hilfe
Die Mitarbeit im Schulsanitätsdienst vermittelt weit mehr als medizinische Grundkenntnisse. Die Arbeit erfordert ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein und Zuverlässigkeit. Die Schulsanitäter werden regelmäßig auch während des Unterrichts zu Einsätzen gerufen und begleiten Betroffene bei Bedarf bis zur Übergabe an Eltern oder Rettungsdienst. Dabei müssen sie medizinische Versorgung, Teamarbeit und schulische Anforderungen miteinander vereinbaren. Regelmäßige Fortbildungen und die Begleitung durch die Leitung des Schulsanitätsdienstes unterstützen sie dabei, diese Aufgaben sicher und verantwortungsvoll wahrzunehmen.
Gleichzeitig lernen die Schülerinnen und Schüler, Verantwortung zu übernehmen, im Team zu arbeiten und auch in schwierigen Situationen einen kühlen Kopf zu bewahren. Viele dieser Erfahrungen begleiten sie weit über ihre Schulzeit hinaus.
F. Heric (18.06.2026)