Latein an der Ziehenschule

Das Fach Latein wird an der Ziehenschule in der Sekundarstufe I als dritte Fremdsprache im Rahmen des Wahlunterrichts (G9) ab der 9. Klasse angeboten. In den Jahrgangsstufen 9 und 10 wird Latein jeweils mit drei Wochenstunden unterrichtet. Latein kann (wie jedes andere Fach des Wahlunterrichts auch) erst nach zwei Jahren wieder abgewählt werden.

In der Sekundarstufe II kann Latein als Grundkurs gewählt werden. Der Unterricht findet in der Einführungsphase (Jahrgangsstufe 11) und in der Qualifikationsphase (Jahrgangsstufen 12/13) wöchentlich dreistündig statt. Nach fünfjährigem Lateinunterricht kann das „Latinum“ zeitgleich mit dem Abitur erworben werden.

Sollten Sie weitere Fragen zum Fach Latein haben, stehen Ihnen Frau Dr. Birgit Blankenberg (Fachsprecherin) und Frau Valérie Weishaupt (Fachlehrerin) gerne zur Verfügung.

Stand: 25.2.2019

„Salve! Salvete!“ - Herzlich willkommen beim Fach Latein!

An unserer Schule besteht die Möglichkeit, Latein als dritte Fremdsprache im Rahmen des Wahlunterrichts (Sekundarstufe I, Jahrgangsstufen 9/10) und als Grundkurs in der Oberstufe zu wählen. Mit Abschluss der Qualifikationsphase kann das „Latinum“ erworben werden, der Nachweis des „Latinums“ wird im Zeugnis für die Allgemeine Hochschulreife vermerkt. Latein kann in das Abitur eingebracht werden oder auch als mündliches oder schriftliches Abiturfach gewählt werden.

Was haben uns die Römer heute noch zu sagen? -  In der Mittelstufe (Klasse 9 und 10) geht es vor allem um den Spracherwerb und um die Einführung in das Leben der Römer und Römerinnen (Alltag, Freizeit, Kultur, Religion). Gearbeitet wird mit dem lateinischen Unterrichtswerk „Prima. Brevis“ (Buchner-Verlag), konzipiert für Latein als 3. Fremdsprache, bestehend aus Textband, Begleitband (Grammatik, Vokabular) und Arbeitsheft. Der Lateinunterricht kann auf ein multimediales Lernangebot zurückgreifen.

Der Lateinunterricht in der Oberstufe orientiert sich an dem „Kerncurriculum der Gymnasialen Oberstufe“: Die Einführungsphase (Jahrgangsstufe 11) widmet sich inhaltlich den „Römische[n] Lebenswelten im Spiegel der Literatur“, insbesondere dem Mythos und der ausgehenden römischen Republik, methodisch der „Übergangslektüre“, einer Vertiefung der lateinischen Grundkenntnisse und der Vorbereitung der lateinischen Originallektüre. 

In der Qualifikationsphase (Jahrgangsstufen 12 und 13 bzw. Q1 bis Q4) lesen wir lateinische Autoren – beispielsweise Cicero, Seneca, Plinius, Caesar, Ovid – im lateinischen Originaltext, wir übertragen sie ins Deutsche und befragen sie nach ihrer Aussagekraft für unser heutiges Leben und Denken. Dabei kann die inhaltliche Auseinandersetzung mit der römischen Geschichte und Gesellschaft, mit der antiken (Staats-)Philosophie, Redekunst und Dichtkunst auch uns „modernen“ Menschen ein hohes Maß an „Weisheit“ und „Lebenskunst“ vermitteln. Die Kursthemen lauten im Einzelnen: „Rhetorik in Theorie und Praxis“ (Q1), „Individuum und Gemeinschaft“ (Q2), „Philosophie als Lehre und Lebenshilfe“ (Q3) und „Romanitas und latinitas – Roms Erbe für Europa“ (Q4).

Die schriftliche Leistungsüberprüfung erfolgt in der Mittel- und Oberstufe jeweils durch zwei Klausuren pro Halbjahr, die in der Mittelstufe aus Übersetzung und Grammatik, in der Oberstufe aus einer Übersetzungs- und Interpretationsaufgabe bestehen.

Erwerb des „Latinums“

Der Nachweis des „Latinums“ oder zumindest von Lateinkenntnissen ist nach wie vor, also auch nach Einführung der Bachelor- und Master-Abschlüsse, Voraussetzung für zahlreiche Studiengänge. Vielen Studierenden, die sich an der Uni mit Latein abmühen, erscheint es im Rückblick als ein Versäumnis, Latein nicht – in intensiverer fachlicher und persönlicher Betreuung - an der Schule gelernt zu haben.

An der Ziehenschule erhält das „Latinum“, wer nach fünfjähriger kontinuierlicher und erfolgreicher Teilnahme am Lateinunterricht in den Jahrgangsstufen 9 bis 13 den letzten Halbjahreskurs Latein in der Q4 mit (mindestens) der Note „ausreichend“ / „05 Notenpunkte“ abschließt.

Exkursionen und Unterrichtsprojekte

„Highlight“ des Lateinunterrichts ist eine sechstägige Studienreise nach Rom, die in der Regel zu Beginn der Q-Phase durchgeführt wird. Die Spuren der „alten“ Römer führen uns etwa durch das „Forum Romanum“ zum „Colesseum“, zur alten römischen Hafenstadt „Ostia Antica“ oder sogar bis nach Pompeji. Die Spuren der „Illuminati“ führen uns in zahlreiche Kirchen Roms, wo bedeutenden Kirchenmännern Roms Schreckliches widerfahren sein soll. Und wer will nicht am eigenen Leib erfahren, wie strapaziös das Erklimmen der Kuppel des Petersdoms tatsächlich ist – und wie herrlich der Ausblick von oben über die „Ewige Stadt“!? Exkursionen in die (nähere und weitere) Umgebung Frankfurts, beispielsweise nach Trier, wo eine Schülergruppe eine Stadtführung sogar auf Latein erlebte, oder zur Römervilla nach Bad-Neuenahr, aber auch Museumsbesuche (zum Beispiel in das Frankfurter „Liebieghaus“) können die Begegnung mit der Lebenswelt der Römer im Unterricht anschaulicher und lebendiger machen.

Im Festjahr "100 Jahre Ziehenschule" 2013 haben wir ein Latein-Projekt über das römische Schulwesen durchgeführt: "Die Schule - Pauken und Prügel im Alten Rom", das einen Ausflug zur Saalburg einschließlich einer Führung zur "Schule im Alten Rom" beinhaltete. Besondere Aufmerksamkeit galt den Klagen der römischen Schülerinnen und Schüler über die schlechten und allzu strengen Lehrer sowie den Methoden des Unterrichtens, welches ohne die "ferula", die Rute, nicht auskam - die "ferula" war "sehr verhasst bei den Kindern, doch willkommen den Lehrern" (Martial). Den Höhepunkt und Abschluss des Projekts bildete die Inszenierung und Vorführung einer typisch römischen Schulstunde, getreu nach den Grundsätzen der römischen "Brüll- und Prügelpädagogik".

Bilder: Colosseum; Ostia Antica: Amphitheater (Theatermasken); TeilnehmerInnen der Studenfahrt nach Rom 2012 im Amphitheater von Ostia AnticaLatrinen in Ostia Antica und Speisekarte an der Wand einer Taverne in Ostia Antica

Wozu Latein?

"Zukunft braucht Herkunft!" - Von grundlegender, fundamentaler Bedeutung im Sprachenprofil der Ziehenschule als Europaschule ist Latein, die "Mutter" der europäischen bzw. romanischen Sprachen. Wer die Sprache der "alten" Römer beherrscht, stößt bis zu den Wurzeln der abendländischen Kultur vor. Der Sprachenunterricht in Latein ergänzt und vertieft die erworbenen Sprachkompetenzen in den modernen Fremdsprachen und im Deutschen. Latein fließt in die Alltagssprache ein und erleichtert das Verständnis von Fremd- sprachen. Latein fließt in die Fachsprache ein und erleichtert das „Mitreden“ im Bereich von Medizin, Jura, Wirtschaft/Politik, Feuilleton. Das lateinische bzw. römische Erbe lebt weiter in der Literatur, Philosophie, Rechtsprechung, Baukunst, u.v.m. Und das „Latinum“ ist Voraussetzung für zahlreiche Studiengänge.

Wer ist bei uns richtig?

Wir freuen uns auf alle, die

  • mit Caesar rufen: „Veni, vidi, vici!“ - und wissen wollen, ob Caesar ein Angeber war…
  • gerne die Gladiatoren (besser nicht) zitieren : „Morituri te salutant!“ – und wissen wollen, welches Schicksal dann auf sie zukommt…
  • Lust hätten, sich mit dem Papst auf Latein zu unterhalten
  • neugierig sind, die antike Welt kennenzulernen (und deshalb vielleicht auch Spaß an Geschichte haben)
  • „ad fontes“, zu den Quellen der abendländischen Kultur vordringen wollen
  • die Spuren oder „Reste“ der Antike bis in die Gegenwart verfolgen wollen
  • Spaß am „Rätseln“ – nicht am Raten – und am logischen Kombinieren haben (und deshalb vielleicht Mathe und/oder Deutsch mögen)
  • und alle anderen an Latein grundsätzlich Interessierten natürlich auch!

Die Fachschaft


Birgit Blankenberg (Latein/Deutsch/Geschichte/katholische Religion)


Valérie Weishaupt (Latein/Französich/Geschichte)

Extras

Quiz: Fußballfreuden – Anleihen aus dem Lateinischen

Felix, der treffsichere Libero des Fußballvereins Victoria Eschersheim, stürmt Richtung Tor. In Sachen Torschüssen konkurriert er mit seinem besten Freund Marcus: Wer holt das Maximum an Treffern heraus? Heute klappt es mit dem Toren nicht so optimal, denn die gegnerischen Amateure der Concordia Bornheim verfolgen eine Defensivstrategie: Sie bunkern sich im Elfmeterraum ein. Ein besonders aggressiver Defensivspieler tritt dem Felix so rabiat ins Schienbein, dass Felix mit der Bahre abtransportiert werden muss: Platzwunde mit immensem Blutverlust, Fraktur des Schienbeins.

Die schönste Nebensache der Welt hat ein delikates juristisches Nachspiel für den Aggressor: Wegen besonders inhumanen Verhaltens beim Sport entscheidet der Jurist auf pekuniäre Entschädigung zugunsten des Opfers: In einem juristischen Verfahren wird als Disziplinarstrafe ein Schmerzensgeld zugunsten von Felix in der Höhe von 5000,- € verhängt.

Summa summarum: Zu ambitionierte Fußballer müssen, wenn sie zu Brutalität neigen, durch strenge Regeln diszipliniert werden. 

Wer weiß es? Wie viele Begriffe der Fußball-Fachsprache bzw. welche Fremdwörter kommen aus dem Lateinischen und welche Bedeutung haben sie? Welches lateinische Wort liegt ihnen jeweils zugrunde?