Wie es gelingen kann, von Gott zu reden
Am Donnerstag, dem 28. Mai, durften wir in der 5. und 6. Stunde einen besonderen Gast an der Ziehenschule willkommen heißen: Herrn Michael Roth, Professor für Systematische Theologie und Sozialethik der Johannes Gutenberg-Universität Mainz sowie Dekan der dortigen Evangelisch-Theologischen Fakultät. Herzlich begrüßt wurde er zu Beginn der Veranstaltung von Frau Marie-Luise Engelhardt aus der Schulleitung.
Im Zentrum der Doppelstunde stand die Frage, wie das Reden von Gott gelingen kann – ein Thema mit ökumenischer Verbindungswirkung. Prof. Roth nahm dabei den Glauben als Ausgangspunkt: Glaube bedeute, die Welt anders zu sehen als etwa aus einer atheistischen Perspektive. Die Existenz Gottes sei in einem solchen Reden bereits mitgedacht. Es gehe ihm daher nicht um ein abstraktes Reden von oder gar über Gott, sondern um eine reflektierte Weise des Sprechens, die im gelebten Glauben verankert ist.
Im Hintergrund seiner Überlegungen steht der Ansatz des Zürcher Theologen und Religionsphilosophen Ingolf U. Dalferth, der (ebenfalls) Gott als sogenanntes „Indexwort“ verstanden wissen will.
Die Veranstaltung war geprägt von geistreichem Austausch: Immer wieder bezog Prof. Roth die Schülerinnen und Schüler aktiv ein, die die Gelegenheit nutzten, ihre eigenen Perspektiven einzubringen.
Text und Fotos: Thorsten Leppek (11.6.2026)
Veröffentlicht in: Unterricht