Jubiläumsfeier der Ziehenschule

WIR - ZIEHEN - EUROPA

Die Ziehenschule ist 25 Jahre Hessische Europaschule

Frankfurt am 05.März 2026

Die ganze Schule ist auf den Beinen. In der Aula versammeln sich nach und nach aktive und ehemalige Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte, Eltern, Schulleitung sowie die zahlreichen Gäste aus Politik, Schulgemeinde, Bildungsverwaltung, Partnerschulen und Europaschulen. Hier treffen sich alte Bekannte, Weggefährten und Kooperationspartner. Die Festgemeinde nimmt ganz im Sinne der demokratischen und lernenden Institution in kreisförmiger Anordnung Platz: Kommunikationskultur statt Redenmarathon.

Gegen 10.30 Uhr stimmen eine Hörperformance sowie ein kreatives Arrangement der Europahymne für Violine und Altsaxophon auf das Thema des Tages ein: 25 Jahre gelebte Europabildung in einer weltoffenen, vielfältigen und partizipativen Schulkultur. Schulleiterin Christiane Rogler begrüßt gemeinsam mit dem stellvertretenden Schulleiter Carsten Herold und der Europaschulkoordinatorin Paula Theurich herzlich alle Gäste.

Es folgt ein mehrstündiges, höchst abwechslungsreiches Programm in fünf Akten: Grußworte, Performance, Festvortrag, Workshops, Kunst, Theater, Musik und viel Gelegenheit zum gegenseitigen Austausch; viel Gelegenheit, um in das quicklebendige Europaschulleben einzutauchen und für diese Zeit Teil des Geschehens zu sein; viel Gelegenheit, die Ziehenschule in ihrem gesamten System einschließlich ihrer Netzwerke erleben zu können; viel Gelegenheit, um den Blick auf Details dieser Europaschule und ihres Festtags werfen zu können:

Schon beim Eintritt in das Schulgebäude werden die Besucher freundlich begrüßt und mit Namensschild versehen. Bereits das Treppenhaus weist auf die Grundbegriffe demokratischer Kultur hin. Ehemalige (prominente) Schülerinnen und Schüler sehen ihre ehemalige Schule nochmals neu - und werden in ihren heutigen Positionen gesehen, z. B. Politiker Uwe Becker.

Gäste von internationalen Partnerschulen oder den gemeinsamen AbiBac-Aktivitäten, Vertreterinnen des Hessischen Ministeriums für Kultus, Bildung und Chancen mit Leiterin des Europareferats Dr. Corinna Hartmann sowie des Staatlichen Schulamts Frankfurt mit ihrer Leiterin Evelyn Spyra bringen ihre Wertschätzung für die Ziehenschule zum Ausdruck.

Vertreterinnen der Elternschaft und der Vertretung der Schülerinnen und Schüler sind aktiv am Festprogramm beteiligt. Prof. Dr. Rolf Gollob serviert mit dem Festvortrag einen beachtenswerten Beitrag zur Reflexion unseres Bildungssystems und der Betrachtung des schulischen Lernens: Lernen erfolgt durch Anwendung, so wie z. B. beim Erlernen des Fahrradfahrens. Gilt das auch für unseren Schulen? In welcher Gesellschaft wollen wir leben? Welchen Beitrag kann die (Europa-)Schule zu einer demokratischen Kultur leisten?

Schülerinnen und Schüler präsentieren mit ihren Lehrkräften zusammen ein Feuerwerk von Beiträgen aus Kunst, Musik und Präsentationen von Projekten. 18 hochwertige Workshops boten Gelegenheit zur differenzierten Auseinandersetzung mit aktuellen Europaschulaktivitäten und deren Themen, die direkt im Zusammenhang mit dem für die Europaschulen maßgeblichen Referenzrahmen Kompetenzen für eine demokratische Kultur des Europarats (Reference Frame Competences for Democratic Culture - RF CDC) stehen.

Die Redaktionsgruppe der Schüler:innenzeitung „Zeitgeist“ präsentierte aktuellste journalistische Beiträge nach allen Regeln von Presseethik und dem Umgang mit kontrovers diskutierten Themen: Wehrdienst, Fake News, Umgang mit Erinnerungskultur oder der Bearbeitung europäischer Sagen.

Diese Festveranstaltung zeigt, wo der Weg des Schulentwicklungsprogramms der Hessischen Europaschulen mit den neu formulierten Zielen hinführt oder wie die neue Fokussierung auf den RF CDC wirken soll: Die Menschen selbst stehen im Mittelpunkt des Festprogramms. Die Schule präsentiert sich als lebendige und lernende Institution in der Bildung bewegt, zu prägenden Einsichten und Haltungen führt - als europäische Schule. Kulturelle und interkulturelle Aktivitäten spielen dabei eine ebenso große Rolle wie Demokratielernen, Erinnerungskultur oder die Auseinandersetzung mit Grundrechten, nachhaltiger Entwicklung und dem lebenslangen Lernen.

Selbst der in der KMK-Empfehlung zur Europabildung von 1978 (2020) geprägte Arbeitsbegriff der Europakompetenz wird bei dieser Ausprägung des Schulentwicklungsprogramms der Hessischen Europaschulen greifbar. Die überwältigende Feier der Ziehenschule am 05.03.2026 war jedenfalls ein überwältigendes Highlight der Schulentwicklung im Bereich der allgemein bildenden Schulen Hessens und verspricht viel für die weitere Gestaltung und Entwicklung des Hessischen Europaschulprogramms.

Text: Ulrich Meyer; Fotos: Heiner Hänsel, Dirk Hertsch, Ulrich Mayer, Tanja Leonhardt (27.03.2026)

Veröffentlicht in: Europa

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