Mitteilungen der Schulleitung
zum Schuljahresbeginn 2026/2027
Liebe Eltern,
liebe Schülerinnen und Schüler,
liebe Kolleginnen und Kollegen,
liebe Freunde und Förderer der Schule,
zum Beginn des neuen Schuljahres möchten wir die Mitteilungen der Schulleitung wieder nutzen, um über aktuelle Entwicklungen zu informieren, wichtige Vorhaben vorzustellen und zugleich einen Einblick in die Schwerpunkte unserer gemeinsamen Arbeit zu geben.
Die Ziehenschule – vielfältig, engagiert und zukunftsorientiert
Die Ziehenschule ist eine Schule mit einem besonderen Profil. Fünf Schwerpunkte: AbiBac-Schule, MINT-EC-Schule, Europaschule, Schule mit besonderer musikalischer Förderung, Selbstständige Schule (SES) prägen unser pädagogisches Selbstverständnis und unser Schulleben.
Diese Profile eröffnen unseren Schülerinnen und Schülern vielfältige Möglichkeiten, eigene Interessen und Begabungen zu entdecken, zu vertiefen und Verantwortung zu übernehmen. Rund um unsere Profilschwerpunkte ist so eine große Vielfalt an Projekten, Arbeitsgemeinschaften und Initiativen entstanden. Wir sprechen gerne von unserer „Blumenwiese“: Sie steht sinnbildlich für die vielen unterschiedlichen Ideen, Angebote und Aktivitäten, die unsere Schule bunt, lebendig und abwechslungsreich machen. Dazu gehören pädagogische und kulturelle Projekte ebenso wie fächerübergreifende Vorhaben, Angebote zur Wertevermittlung und politischen Bildung, zur kulturellen Orientierung sowie zur Berufs- und Studienorientierung. Viele dieser Aktivitäten wären ohne das große Engagement unserer Schülerinnen und Schüler, unserer Kolleginnen und Kollegen sowie unserer Eltern und Kooperationspartner nicht möglich.
Dabei geht es uns nicht allein darum, Wissen und fachliche Kompetenzen zu vermitteln. Vielmehr verstehen wir Bildung ganzheitlich: Neben Wissen und Können sind es vor allem Werte, Haltungen und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, die junge Menschen dazu befähigen, ihre Begabungen sinnvoll in die Gemeinschaft einzubringen. Gerade in unserer Musikförderung zeigt sich dieses Verständnis deutlich. Begabung wird an der Ziehenschule nicht als elitäres Privileg verstanden, sondern als Potenzial, das sich in sozialer Verantwortung, Respekt und gemeinsamer Selbstwirksamkeit entfalten soll. Unsere immer wieder reflektierte demokratische Grundhaltung ermöglicht es, zentrale Ziele unserer schulischen Arbeit im Sinne eines modernen, profilierten Gymnasiums im 21. Jahrhundert greifbar und evaluierbar zu machen (Referenzrahmen: Kompetenzen für eine demokratische Kultur (RFCDC)).
Ein ausführlicher Schwerpunkt dieser Ausgabe widmet sich dem Thema Musik – Schule mit besonderem musikalischem Schwerpunkt.
Ein vielfältiges Schulleben braucht starke Partner. Deshalb möchten wir an dieser Stelle ausdrücklich Danke sagen:
Die Polytechnische Gesellschaft unterstützt die Ziehenschule seit vielen Jahren mit zahlreichen Kooperationsprojekten und stärkt unsere Schule sowohl finanziell als auch inhaltlich.
Unsere Schülerzeitung ZEITGEIST wird sehr großzügig von der Harald und Hilde Neven DuMont Stiftung finanziert. Herr Dr. Soltek (ehemaliger Leiter des Klingspor Museums – Museum für Schriftkunst) unterstützt die Arbeit des Schülerinnen- und Schülerteams mit sehr großem Engagement, inspirierendem Blick und viel Geduld – ein echter Rückhalt und Motivator – herzlichen Dank!
Auch der Verein der Freunde und Förderer (VFF) leistet seit Jahren einen wichtigen Beitrag. Ob bei der Anschaffung von Ausstattung, der Unterstützung von Projekten oder der Finanzierung besonderer Veranstaltungen: Der VFF ermöglicht vieles, was über die regulären schulischen Möglichkeiten hinausgeht.
Unser Dank gilt ebenso allen weiteren Partnerinnen und Partnern sowie den zahlreichen Menschen, die sich für unsere Schule engagieren.
Wenn man sieht, was an der Ziehenschule tagtäglich stattfindet, wird deutlich: Unsere Schule lebt von den Menschen, die sie gestalten.
Herzliche Grüße
Christiane Rogler (Schulleiterin) und das Schulleitungsteam
Profilschwerpunkt Musik: Musikalische Förderung an der Ziehenschule
Als „Schule mit besonderer musikalischer Förderung“ ist es uns ein besonderes Anliegen, Schülerinnen und Schüler für Musik zu begeistern und zum Erlernen eines Instruments zu ermutigen. Einen wichtigen Baustein bildet dabei das vor 15 Jahren von Herrn Eckert ins Leben gerufene Bläserensemble für die Jahrgangsstufen 5 und 6. Dieses Ensemble ist in diesem Schuljahr erstmals als „Mini Big Band“ an den Start gegangen – mit großem Erfolg.
Für Schülerinnen und Schüler der höheren Jahrgangsstufen setzt Herr Hotz die Ensemblearbeit in der Big Band fort. Ein Höhepunkt dieses Schuljahres ist die Teilnahme der Big Band am Projekt „jazz@school“ in Kooperation mit der Jazzrausch Bigband. Den krönenden Abschluss des Projekts bildet im kommenden Februar ein gemeinsamer Auftritt in der Alten Oper.
Auch die langjährige Zusammenarbeit mit der Musikschule Frankfurt möchten wir weiter ausbauen. Sie bietet bereits seit vielen Jahren in den Räumen der Ziehenschule Unterricht für zahlreiche Instrumente an. Am zweiten Samstag nach Schuljahresbeginn fand daher erstmals ein von Frau Schwade organisierter Instrumenten-Schnuppervormittag statt. Die Schülerinnen und Schüler konnten in Begleitung ihrer Eltern ganz unterschiedliche Instrumente – vom E-Bass bis zur Oboe – ausprobieren und sich direkt für den Unterricht an der Musikschule anmelden. Die Veranstaltung stieß auf große Resonanz und wurde von den Familien sehr gut angenommen. Wir sind sicher, dass auf diesem Weg auch das kleine Orchester unter der Leitung von Frau Schwade schon bald weiteren Nachwuchs gewinnt.
Über die Rückkehr eines vertrauten Gesichts freut sich die Fachschaft Musik ebenfalls: Frau Tobben gehört wieder zum Musikteam und übernimmt die Leitung des kleinen Chores für die Jahrgangsstufen 5 bis 7. Auch der Chor der Jahrgangsstufen 8 bis 13 unter der Leitung von Herrn Romer erfreut sich weiterhin großer Beliebtheit.
Zum Schulleben gehören schließlich auch Abschiede. Mit Marlene Tietjen und Philip Fuhr aus der Q3 werden uns zwei außergewöhnliche musikalische Talente verlassen. Beide haben zahlreiche Schulveranstaltungen musikalisch bereichert und sich mit großem Engagement für den Nachwuchs des Orchesters und der Big Band eingesetzt. Zum Abschied von Marlene erwartet uns ein besonderer musikalischer Höhepunkt: Gemeinsam mit dem großen Orchester unter der Leitung von Herrn Glaßner, unterstützt von Frau Grabner, wird sie als Solistin das Violinkonzert „Symphonie Espagnole“ von Édouard Lalo aufführen.

Wir können uns also auch in diesem Jahr auf zahlreiche musikalische Bereicherungen des Schullebens freuen, bei großen Konzerten wie den Weihnachts- und den Sommerkonzerten, dem Kammermusikabend mit Solisten und kleinen Ensembles sowie musikalischen Umrahmungen von JIA bis AbiBac. Für die Ensemblemitglieder sind aber nicht nur die Aufführungen, sondern auch ganz besonders die beiden Musikfahrten im Oktober und im Februar ein wichtiger Bestandteil ihrer musikalischen Aktivitäten an der Ziehenschule.
Peter Glaßner (für die Musikfachschaft)
Rückblick auf das Europaschuljubiläum 05.03.2026
Ein ganz besonderes Highlight des vergangenen Schuljahres war unser 25-jähriges Jubiläum als Hessische Europaschule am 5. März 2026. Unter dem Leitgedanken „WIR – ZIEHEN – EUROPA“ wurde dieser Tag zu einem großen Fest der Begegnung, der Vielfalt und der gelebten europäischen Idee.
Gemeinsam mit aktiven und ehemaligen Schülerinnen und Schülern, Eltern, Lehrkräften, Kooperationspartnern, Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Bildungsverwaltung sowie unseren nationalen und internationalen Partnerschulen haben wir 25 Jahre Europabildung an der Ziehenschule gefeiert. Ein abwechslungsreiches Programm aus Musik, Kunst, Theater, Performances, Workshops, Diskussionen und Begegnungen machte sichtbar, wie vielfältig und lebendig unser Europaschulprofil ist.
Besonders eindrucksvoll war die große Beteiligung unserer Schülerinnen und Schüler, die gemeinsam mit ihren Lehrkräften zahlreiche Beiträge gestalteten und in 18 Workshops aktuelle europäische und gesellschaftspolitische Themen aufgriffen. Dabei wurde deutlich: Europabildung bedeutet für uns weit mehr als das Lernen über Europa. Demokratielernen, Menschenrechte, kulturelle Vielfalt, Erinnerungskultur, Nachhaltigkeit und die Auseinandersetzung mit aktuellen gesellschaftlichen Fragen gehören zu unserem täglichen Schulleben.
Die Jubiläumsfeier war damit nicht nur ein Rückblick auf 25 erfolgreiche Jahre, sondern zugleich ein kraftvoller Blick nach vorn. Sie hat eindrucksvoll gezeigt, wie sehr die Ziehenschule von Engagement, Offenheit, Beteiligung und einem lebendigen europäischen Netzwerk getragen wird.
Unser Jubiläum war ein großer Erfolg und ein besonderer Moment für die gesamte Schulgemeinschaft. Der gemeinsame Blick auf das Erreichte motiviert uns, diesen Weg weiterzugehen und unsere Europaschularbeit kontinuierlich weiterzuentwickeln. Das Demokratielernen wird dabei auch künftig im Mittelpunkt stehen. Neue Konzepte sind bereits in Planung, und auch ein weiterer Europaschultag im Jahr 2027 ist vorgesehen.
Forschen am Vulkan – von der Schule in die echte Forschung
Mit ihrem Projekt zur Suche nach Biosignaturen auf Vulkanen erreichten Zoe Bezold und Imke Teich bei der DLR Summer School Vulcano des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt die Finalrunde – als eines von nur vier Teams aus ganz Deutschland. Was folgte, war weit mehr als ein Wettbewerb: Auf der italienischen Vulkaninsel Vulcano bei Sizilien konnten die Schülerinnen ihren selbst entwickelten Rover unter realen Bedingungen erproben und ihre Forschungsidee dort weiterverfolgen, wo Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler tatsächlich an Fragen der Astrobiologie und Planetenforschung arbeiten.
Die besondere Erfahrung lag dabei nicht nur in der außergewöhnlichen Umgebung, sondern vor allem darin, selbst Teil eines wissenschaftlichen Forschungsprozesses zu werden: eine eigene technische Lösung entwickeln, sie unter anspruchsvollen Bedingungen testen, Ergebnisse auswerten und sich mit Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Bereichen austauschen.
Zum ausführlichen Bericht „Forschen am Vulkan“
Das Projekt zeigt eindrucksvoll, welche Möglichkeiten sich Schülerinnen und Schülern eröffnen können, wenn schulisches Forschen über den Unterricht hinausgeht – und wie aus einer Idee aus der Schule eine echte Forschungserfahrung werden kann.
Ines Höhler (Koordinatorin MINT-EC)
Debattieren als Beitrag zur Demokratiebildung an der Ziehenschule
Die Fähigkeit, unterschiedliche Standpunkte auszuhalten, Argumente kritisch zu prüfen und die eigene Position begründet zu vertreten, gehört zu den zentralen Voraussetzungen demokratischer Teilhabe. Zugleich fördert das Debattieren wichtige fachliche, persönliche und soziale Kompetenzen: Es stärkt das Selbstvertrauen und die sprachliche Ausdrucksfähigkeit, schult das kritische und analytische Denken und trägt zu einem sicheren und respektvollen Auftreten bei. Schülerinnen und Schüler lernen, aufmerksam zuzuhören, unterschiedliche Perspektiven einzunehmen, Argumente abzuwägen und sachlich auf Gegenpositionen einzugehen. Auf diese Weise erfahren sie, dass kontroverse Standpunkte keine Gegensätze sind, sondern vielmehr wesentliche Bestandteile einer lebendigen demokratischen Kultur.
Um diesen Bereich der Demokratiebildung an unserer Schule weiter zu stärken, gibt es seit diesem Schuljahr einen Debattier-Club für Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 10–13. Er trifft sich alle zwei Wochen mittwochs in der 7. Stunde und wird von Schülerinnen und Schülern aus der Q1 angeleitet. Es ist geplant, dass der Club neben dem regelmäßigen Debattieren auch Beiträge zum demokratischen Schulleben gestaltet und sich beispielsweise am diesjährigen Demokratie-Tag beteiligt.
Frau Klenk (PoWi)
Neu: Beratungsangebot Jugendmedienschutz
Die Ziehenschule führt ein neues Beratungsangebot zum Thema Jugendmedienschutz ein. Es richtet sich an Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Eltern und bietet Unterstützung bei Fragen und Problemen rund um die digitale Lebenswelt – etwa bei Cybermobbing, Konflikten in Klassenchats, problematischen Inhalten, Datenschutz oder exzessiver Mediennutzung.

Ziel des Angebots ist es, digitale Risiken frühzeitig zu erkennen, Betroffene zu unterstützen und gemeinsam Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln. Das Beratungsangebot ergänzt die Medienbildungs- und Präventionsarbeit der Schule und soll Schülerinnen und Schüler zu einem sicheren, respektvollen und verantwortungsbewussten Umgang mit digitalen Medien befähigen.
Sarah Michel (Koordinatorin Jugendmedienschutz)
Forschen mit allen Sinnen – unsere NaWi-Forscherboxen
Wie lassen sich naturwissenschaftliche Phänomene so vermitteln, dass Schülerinnen und Schüler möglichst selbstständig experimentieren, entdecken und miteinander ins Gespräch kommen können? Genau hier setzen die NaWi-Forscherboxen an.
Das Konzept geht auf das Forschungsprojekt E²piMINT an der Goethe-Universität Frankfurt zurück. Dort wurde ein inklusives und fächerübergreifendes Unterrichtskonzept für die Sekundarstufe I entwickelt, erprobt und wissenschaftlich begleitet. Ausgangspunkt war der Projekttag „Farben“, bei den naturwissenschaftlichen Fragestellungen aus unterschiedlichen fachlichen Perspektiven untersucht wurden.
Für unsere Schule konnte das Konzept mit Unterstützung des Vereins der Freunde und Förderer umgesetzt werden, der die Anschaffung und Ausstattung der NaWi-Forscherboxen finanziert hat. Durch diese Förderung stehen die Materialien nun dauerhaft für den naturwissenschaftlichen Unterricht zur Verfügung.
Das Besondere an den Forscherboxen ist ihr interdisziplinärer Ansatz: Ein gemeinsames Thema wird aus den Perspektiven von Biologie, Chemie und Physik untersucht. Die Schülerinnen und Schüler arbeiten dabei in kleinen Gruppen weitgehend selbstständig an verschiedenen Experimentierstationen. Alltagsnahe Materialien und handlungsorientierte Versuche ermöglichen einen unmittelbaren Zugang zu naturwissenschaftlichen Fragestellungen.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Zugänglichkeit für unterschiedliche Lernvoraussetzungen. Die Boxen enthalten neben den Experimentiermaterialien unter anderem kurze Anleitungen in einfacher Sprache, bildgestützte Materialübersichten und zusätzliche Hilfekarten. So wird gemeinsames Forschen in heterogenen Lerngruppen unterstützt.
Künftig sollen die NaWi-Forscherboxen zunächst im Rahmen eines Pilotprojekts eingesetzt und erprobt werden. Ziel ist es, Erfahrungen mit dem Konzept zu sammeln und zu prüfen, wie sich die Boxen langfristig sinnvoll in das schulische Lernen integrieren lassen. Bei erfolgreicher Erprobung ist perspektivisch denkbar, das Projekt fest in der Themenwoche zu verankern.
Damit verbinden die NaWi-Forscherboxen selbstständiges Experimentieren, Kooperation und fächerübergreifendes Lernen und eröffnen die Möglichkeit, naturwissenschaftliches Forschen künftig noch stärker im Schulalltag zu verankern.
Sophie Schwinn (Biologie)
3D-Druck-AG
Die 3D-Druck-AG der Ziehenschule gibt es seit 2023. Was mit einem einzelnen Drucker begann, ist schnell gewachsen: Mittlerweile betreuen wir drei Geräte. Die Lernenden kümmern sich um die handwerkliche Wartung und werden auch künstlerisch aktiv, indem sie eigene 3D-Modelle am Computer entwerfen oder Vorlagen aus dem Internet druckfertig machen.

Unsere Arbeit kommt der gesamten Schule zugute. Wir fertigen Teile für Angebote wie die Junior-Ingenieur-Akademie (JIA), das Digitechnikum, die Fachschaft Physik oder die Robotik-AG an. Auch für Anfragen von Lehrkräften und anderen Lernenden haben wir immer ein offenes Ohr.
Was für Potentiale die AG ermöglichen kann, zeigte sich vor den Sommerferien: Ein 14-köpfiges Team aus den Klassen 9 bis Q2 hat in vielen Arbeitsstunden eine eigene Drohne konstruiert und gedruckt. Auch wenn sie beim ersten Testflug am Boden zerschellte, war die Begeisterung bei allen Beteiligten riesengroß.
Der 3D-Druck ist eine echte Zukunftstechnologie. In der Industrie wird heute längst mit Metallen oder biologischem Material gedruckt – ein Verfahren, das von der Raumfahrt bis zur Medizin immer wichtiger wird. Als MINT-Schule möchten wir unseren Lernenden genau diesen praktischen Zugang zu moderner Technik ermöglichen.
Als nächstes großes Projekt wollen wir Nachhaltigkeit und Forschung verbinden: Wir planen, Fehldrucke und Plastikmüll mit einem Shredder zu zerkleinern und zu neuem Filament zu verarbeiten. So können wir direkt wieder damit drucken, testen neue Recycling-Methoden und sparen langfristig auch noch Geld.
Justus Zokaie (3D-Druck-AG)
WirtschaftsKompass
Der WirtschaftsKompass ist ein Projekt, das Schülerinnen und Schülern Orientierung in der Finanz- und Wirtschaftswelt bieten soll. Im Mittelpunkt steht praxisnahes Lernen: Die Teilnehmenden erarbeiten sich zunächst Grundlagenwissen über Finanzen und Ökonomie, um im weiteren Verlauf des Projekts in die Rolle von Portfoliomanagern zu schlüpfen. Das Projekt wird in Kooperation u.a. mit der Stiftung Polytechnische Gesellschaft sowie der FAZ durchgeführt.
Im Rahmen des Projekts verwalten die Schülerinnen und Schüler der E-Phase ein fiktives Vermögen von 20.000 Euro in einem virtuellen Portfolio und treffen eigenständig Investitionsentscheidungen.
Im Schuljahr 2026/27 erfolgt nach dem Pilotjahr nun der zweite Durchgang. Begleitet werden die Schülerinnen und Schüler des Kurses über ein Jahr durch einen Mentor der Stiftung Polytechnische Gesellschaft sowie durch die FAZ, die Zugänge zu ihrer Zeitung und Rechercheworkshops ermöglichen wird.
Carsten Herold / Dr. Philip Wallmeier
Wirtschaftsforscher-Programm
Unsere Schule hat in diesem Jahr zum ersten Mal mit den Schülerinnen und Schülern der ehemaligen Klasse de10 b am Wirtschaftsforscher‑Programm teilgenommen — ein Projekt, das die ethische Dimension ökonomischer Bildung in den Mittelpunkt stellt. Das Projekt wird von der PwC-Stiftung und der Strahlemann-Stiftung gefördert.
Während der Arbeit im Unterricht entstanden praktische Projekte, welche sich mit ethischen Fragen auseinandersetzt, etwa wer Verantwortung trägt für Produktionsbedingungen und Umweltschäden, welche Rolle Konsumverhalten spielt und wie digitale Prozesse Entscheidungswege verändern.

Die Projekte der beteiligten Schulen wurden während einer großen Abschlussveranstaltung vor einem interessierten Publikum aus Wirtschaft und Gesellschaft präsentiert. Auch in diesem Jahr ist eine Fortsetzung des Projekts mit weiteren Lerngruppen aus der Sekundarstufe I vorgesehen.
Angelika Engelhardt (Koordinatorin Wirtschaftsforscher)
PEL-Programm
Beim dreitägigen Jugendprojekt PEL-Programm (Parlement européen des lycéens) in Straßburg, schlüpfen Schülerinnen und Schüler aus ganz Europa in die Rolle von EU-Abgeordneten und lernen die Arbeitsweise der EU-Institutionen kennen.
Im vergangenen Schuljahr hat eine Schülergruppe der Jahrgangsstufe E2 gemeinsam mit Frau Theurich vor den Sommerferien an der Abschlussveranstaltung in Straßburg teilgenommen.
Das Programm PEL umfasst neben der Abschlussveranstaltung verschiedene Arbeitsphasen der beteiligten Schülerinnen und Schüler, die sich über das gesamte Schuljahr erstrecken, u.a. Planspiele zu den europäischen Gesetzgebungsprozessen oder internationalen Themen.
Die Bewerbungsphase für das diesjährige PEL-Programm für die Schulen bzw. interessierte Schülerinnen und Schüler dauert noch bis Ende September bzw. Ende Oktober an. Etliche interessierte Schülerinnen und Schüler der gymnasialen Oberstufe bereiten bereits ihre Bewerbungen vor.
Paula Theurich / Marie-Luise Engelhardt
Religionsunterricht
Der Religionsunterricht in der Sekundarstufe I wird in gemischtkonfessionellen Lerngruppen erteilt. Der Religionsunterricht für diese Lerngruppen wurde durch das Staatliche Schulamt und die kirchlichen Schulämter genehmigt. Die Fachschaften evangelische und katholische Religion an der Ziehenschule haben im Rahmen eines Fachtags, der inhaltlich vom katholischen Religionspädagogischen Amt sowie dem evangelischen RPI Frankfurt unterstützt wurde, ein gemeinsames Curriculum erarbeitet. Dieses Curriculum bietet nun die Grundlage für die Arbeit im Unterricht.

Marie-Luise Engelhardt (Fachbereichsleiterin Aufgabenfeld II)
Austausch belebt – Europa an der Ziehenschule
Austausch ist an der Ziehenschule mehr als eine Reise ins Ausland. Als Europaschule und Abibac-Schule ist der direkte Kontakt mit Jugendlichen aus anderen Ländern ein wichtiger Bestandteil unseres Schullebens. Begegnungen in Gastfamilien, gemeinsamer Unterricht, Projekte und das Erleben des Alltags in einem anderen Land schaffen Erfahrungen, die Sprachunterricht allein nicht vermitteln kann. Sie machen Europa persönlich und konkret.
Auch im vergangenen Schuljahr konnten unsere Schülerinnen und Schüler wieder vielfältige internationale Erfahrungen sammeln. Die regelmäßigen Austausche mit unseren Partnerschulen – unter anderem in Frankreich, den Niederlanden und den USA – fanden statt. Besonders erfreulich ist, dass auch ein neuer Kontakt nahe Barcelona entstand, der Neuntklässlern die Möglichkeit bot, ihre zweite Fremdsprache zu vertiefen. Deutsch-französische Partnerschaften konnten weiterhin lebendig gehalten werden, auch, wenn teilweise die Partner wechselten. So waren beispielsweise Schülerinnen und Schüler aus Levallois-Perret bei Paris zu Gast an der Ziehenschule. Unser Kontakt mit Pessac bei Bordeaux legte eine einjährige Pause ein, an diese Stelle trat ein wunderbarer Austausch mit dem Lycée Auguste Loubatières in Agde.
Gleichzeitig beobachten wir Entwicklungen, die uns beschäftigen. Insbesondere in Frankreich ist Deutsch als Fremdsprache vielerorts weniger gefragt als früher. Dadurch wird es schwieriger, ausreichend große Gruppen zusammenzustellen und langfristig stabile Partnerschaften zu sichern.
Hinzu kommen personelle Herausforderungen. Austauschprogramme sind organisatorisch aufwendig und benötigen engagierte Lehrkräfte, die Kontakte zu Partnerschulen pflegen, Fahrten vorbereiten, Programme entwickeln, Gastfamilien betreuen und die Schülerinnen und Schüler während der Begegnungen begleiten. Nicht zuletzt muss ein System in der Abwesenheit dieser Lehrkräfte weiter funktionieren, Unterricht vertreten werden - gerade in Zeiten angespannter personeller Ressourcen ist dies eine zusätzliche Aufgabe für die gesamte Lehrerschaft, die nicht nebenbei erledigt werden kann.
Umso höher ist die Leistung der Kolleginnen und Kollegen einzuschätzen, die diese Programme mit großem Engagement am Leben halten. Ihnen gilt unser besonderer Dank: Merci, Grácias, Thank you!
Die aktuellen Herausforderungen machen zugleich deutlich, wie wichtig internationale Begegnungen sind. In einer Zeit, in der Europa und seine gemeinsame Zukunft immer wieder auf die Probe gestellt werden, brauchen junge Menschen Möglichkeiten, über Grenzen hinweg miteinander ins Gespräch zu kommen, Gemeinsamkeiten zu entdecken und Unterschiede auszuhalten.
Das geschieht beim Austausch ganz unmittelbar: Schülerinnen und Schüler sitzen gemeinsam am Frühstückstisch, gehen zusammen zum Unterricht, entdecken eine Stadt, diskutieren über Schule und Alltag oder stellen fest, dass vermeintlich große Unterschiede im persönlichen Miteinander schnell an Bedeutung verlieren. Diese Erfahrungen wirken nachhaltig. Sie fördern Selbstständigkeit und Sprachkompetenz, erweitern den eigenen Horizont und schaffen persönliche Beziehungen. Nicht selten entstehen Freundschaften, die über den eigentlichen Austausch hinaus Bestand haben.
Deshalb ist die Botschaft trotz aller Herausforderungen eindeutig: Wir wollen den Austausch weiterführen und weiterentwickeln, wir bleiben dran. Dabei wird es möglicherweise notwendig sein, neue Wege zu gehen, Partnerschaften anzupassen oder neue Partner zu gewinnen. Auch kleinere Gruppen oder veränderte Austauschformate wie Drittortbegegnungen können sinnvoll sein, wenn sie dazu beitragen, Begegnungen weiterhin zu ermöglichen. Gleichzeitig wollen wir unsere bestehenden Partnerschaften pflegen und alles daransetzen, dass die langjährigen Austauschtraditionen der Ziehenschule erhalten bleiben.

Dass dies gelingen kann, zeigen die vergangenen Monate: Trotz veränderter Rahmenbedingungen konnten alle regelmäßig stattfindenden Austausche durchgeführt werden. Das ist angesichts der aktuellen Herausforderungen keine Selbstverständlichkeit – und deshalb ein Grund zur Freude und zum Dank, aber auch zur Hoffnung, dass dies trotz vieler Widrigkeiten im neuen Schuljahr 2026/27 wieder gelingen kann!
Unsere Schülerinnen und Schüler haben nicht nur im letzten Schuljahr erlebt, was gelebtes Europa bedeutet – nicht als abstrakte Idee, sondern als Begegnung mit Menschen und im Austausch - über gemeinsame Themen wie die Situation der Frauen in Deutschland und Frankreich oder auch gemeinsam tanzend im Spiegelsaal von Versailles.
Dafür wollen wir uns auch in Zukunft engagieren: für Sprachen, für Begegnung und für ein Europa, das man nicht nur im Unterricht kennenlernt, sondern durch die Erinnerung an besondere Begegnungen selbst erlebt.
Dr. Christine Michel (Fachbereichsleiterin Aufgabenleiterin I)
Mädchenfußball an der Ziehenschule
Ein sportliches Highlight des vergangenen Schuljahres war die erfolgreiche Teilnahme unserer beiden Mädchenfußballmannschaften am hessischen Landesfinale (Landesentscheid). Der Weg dorthin führte unsere U16 und U18 über gleich drei Turniere: Zunächst qualifizierten sich beide Mannschaften beim Frankfurter Stadtentscheid für die nächste Runde. Anschließend gewannen beide Teams auch den Regionalentscheid und lösten damit gemeinsam das Ticket für das Landesfinale, bei dem sie sich mit den besten Schulmannschaften Hessens messen durften.
Und das mit großem Erfolg: Unsere U16 erreichte einen hervorragenden 4. Platz, die U18 belegte einen starken 7. Platz. Damit erzielten unsere Mädchen das bislang beste Abschneiden der Ziehenschule bei einem hessischen Landesfinale im Fußball.
Dass gleich zwei Mannschaften den Sprung ins Landesfinale geschafft haben, war dabei kein Zufallstreffer, sondern der bisherige Höhepunkt einer sehr erfreulichen Entwicklung. Bereits 2023 qualifizierte sich unsere U16 der Jungen für das Landesfinale, 2024 folgte unsere U18 der Mädchen. 2026 gelang es nun erstmals, mit zwei Mannschaften in einem Jahr beim Landesfinale vertreten zu sein.
Mindestens genauso erfreulich wie die sportlichen Ergebnisse ist die Entwicklung unserer Mädchenmannschaften. Viele Spielerinnen sind bereits seit mehreren Jahren dabei. Jüngere Schülerinnen wachsen nach, die älteren übernehmen Verantwortung und unterstützen sie. So ist über die Jahre aus Spielerinnen verschiedener Klassen und Jahrgangsstufen tatsächlich eine große Mannschaft entstanden, die gemeinsam gewinnt, verliert, mitfiebert und unsere Schule mit viel Einsatz, Fairness und Teamgeist vertritt.
Chris Helding / Sascha Ix (Schulsportleitung)
Last but not least – Hinweis
Der SV-Account der Ziehenschule ist sv.ziehenschule. Der Instagram-Account wird von Léonie Delbassez, Aurora Rissling und Sarah Tenbusch mit viel Engagement geleitet. Begleitet wird der Instagram-Auftritt von unseren Verbindungsehrkräften.
PDF-Dokument der Mitteilungen
ZS Mitteilungen_2026_Mitteilungen zum Schuljahresbeginn 2026_2027.pdf (742,9 KiB)
Herzlichen Dank an alle Autorinnen und Autoren für die Mitteilungsbeiträge. Dem Redaktionsteam sei auch herzlich gedankt!
Freundliche Grüße
Christiane Rogler, Schulleiterin (10.9.2026)
Veröffentlicht in: Schule


