La vraie richesse est celle des relations humaines
„Der wahre Reichtum liegt in menschlichen Beziehungen“ – Austausch zwischen Agde und Frankfurt
Unter diesem Motto von Antoine de Saint-Exupéry lässt sich der diesjährige Austausch des Französisch-Vorleistungskurses E2 der Ziehenschule mit dem Lycée Auguste Loubatières in Agde am besten zusammenfassen. Durch systemische Widrigkeiten konnte in diesem Jahr das bewährte Praktikum mit Pessac bei Bordeaux leider nicht stattfinden. Da stieß natürlich das Angebot der südfranzösischen Schule, zwischen den beiden elften Klassen einen klassischen Schüleraustausch zu initiieren, auf großes Interesse. Unsere beiden Themen, das Frauenbild in Deutschland und in Frankreich sowie Nachhaltigkeitentwicklung gerieten, wie richtig auf der Homepage des französischen Partners vermerkt, durch das starke Band der Freundschaft zwischen den Jugendlichen, den intensiven kulturellen Erfahrungsaustausche und die spannende Zeit in den Gastfamilien beinahe in den Hintergrund.
Direkt nach den Osterferien starteten wir nach Südfrankreich, uns erwartetet eine perfekt geplante und organisierte Woche. Wir wurden in der Cafeteria der Schule mit einem Frühstück empfangen und arbeiteten zunächst am Beispiel der Stadt Agde zu Nachhaltigkeit und Tourismus. Nach einem Besuch in der Cantine ging es weiter mit einer Plastikmüll-Sortierung an einem vulkanischen Sandstrand. In einem dazugehörigen Workshop lernten wir, welche Ursachen und Präventionsmöglichkeiten es gibt. Bei einer anschließenden Bootsfahrt durften wir das maritime Naturschutzgebiet von unter der Wasseroberfläche aus beobachten. Weitere Punkte der Woche waren die Suche nach Spuren Molières in Pézenas, die Medizinfakultät in Montpellier und mehrere Workshops, u.a. zu Alice Schwarzer, in der Schule. Für uns standen die Beziehungen innerhalb der Gruppe im Vordergrund, alles eingebettet in der tollen mediterranen Atmosphäre, inklusive Strand und Palmen, als bestes Ergebnis des Austausches fest.
Ende Mai durften wir die französischen Partner dann bei uns empfangen: Wir durften sehr viel Positives aus Agde mitnehmen, bei unserem Gegenbesuch standen dann auch Aktivitäten in der Gruppe im Vordergrund (Karaoke, Main-Tower, Abendessen, Badesee..). Im schulischen Rahmen haben wir u.a. Heidelberg besucht, eine Führung über Frauen in Frankfurt besucht und unseren Gästen das Senckenberg-Museum gezeigt.
Unser Thema der Micro-trottoirs, Frauen in Frankreich und in Deutschland, brachte unter anderem ans Licht, dass es bei allen Gemeinsamkeiten doch einige Unterschiede gibt. Unsere Fragen auf den Straßen Montpelliers stellten wir Frankfurter Bürgern beim Besuch der Franzosen bei uns erneut. In Deutschland kannten die Befragten deutlich mehr berühmte Frauen, auch scheinen den Frankfurter Bürgern die Ungleichheit zwischen den Geschlechtern bedeutsamer zu sein. Die Boomer-Generation war allerdings weniger auskunftsbereit. Allgemein ließ sich sogar feststellen, dass man in Frankreich offener und sogar Feuer und Flamme auf das Thema Feminismus reagierte. Gleich scheinen jedoch folgende Probleme zu sein: Ungerechtigkeit bei der Bezahlung, patriarchale Strukturen, Stereotype in der Gesellschaft… es bleibt also weiter ein Thema, nicht nur für uns im nächsten Jahr in der Q-Phase.
Abschließend stimmen wir unseren französischen Freunden zu: Cette expérience sera durablement gravés dans les mémoires😉
Weitere Informationen
Homepage des französischen PartnersDr. Christine Michel und die Schülerinnen und Schüler des Französisch-Leistungskurses der Einführungsphase (26.07.2026)
Veröffentlicht in: Bilingual