Forschung hautnah
Zwei Jugendliche der Ziehenschule forschen mit Max-Planck-Teams
Satriani Wirantaprawira und Lenny Kranjec sammeln im Max Planck Junior Scholars Program echte Forschungserfahrung
In den Sommerferien haben Satriani Wirantaprawira und Lenny Kranjec eine ganz besondere Gelegenheit genutzt: Sie nahmen am Max Planck Junior Scholars Program 2026 teil und erhielten dabei drei Wochen lang Einblicke in aktuelle naturwissenschaftliche Forschung. Das Programm richtet sich an talentierte Schülerinnen und Schüler der Klassen 10 bis 12 und soll ihnen durch ein intensives Sommerpraktikum eigene Forschungserfahrungen ermöglichen und sie für eine wissenschaftliche Laufbahn begeistern.
Das Programm führte die Teilnehmenden an verschiedene Forschungseinrichtungen in Frankfurt und Umgebung: Neben dem Max-Planck-Institut für Hirnforschung und dem Max-Planck-Institut für Biophysik waren auch das Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung in Bad Nauheim sowie die Goethe-Universität beteiligt.
Auf einen einwöchigen Science Bootcamp mit Laborführungen, Workshops und einer Einführung in verschiedene wissenschaftliche Methoden folgten zwei Wochen in einem Forschungslabor. Dort arbeiteten die Junior Scholars an konkreten wissenschaftlichen Projekten, lernten moderne Labormethoden kennen und konnten ihre Ergebnisse anschließend präsentieren.
Satriani: Wie arbeiten Nervenzellen und Blutgefäße zusammen?
Satriani forschte im Acker-Palmer Lab an der Goethe-Universität im Bereich der molekularen und zellulären Neurowissenschaften. Im Mittelpunkt stand die sogenannte neurovaskuläre Einheit (Neurovascular Unit) – das Zusammenspiel von Nervenzellen, Astrozyten, Blutgefäßen und weiteren Zelltypen im Gehirn. In ihrer Ausarbeitung dokumentiert Satriani den experimentellen Weg von der genetischen Veränderung über die Aufbereitung von Gehirngewebe und das Anfertigen von Schnitten bis hin zu Färbung, Mikroskopie und Datenauswertung. Besonders beschäftigte sie sich mit dem Zusammenspiel von Neuronen, Astrozyten und Blutgefäßen, unter anderem anhand von Untersuchungen des Hippocampus.
Lenny: Was können Zebrafischlarven über das Gehirn verraten?
Lenny arbeitete am Schuhknecht Lab des Max-Planck-Instituts für Hirnforschung im Forschungsbereich Brain Algorithms and Circuits. Das Team untersucht, wie neuronale Schaltkreise die Verarbeitung von Informationen ermöglichen und wie daraus die komplexen Verhaltensweisen von Tieren entstehen; als Modellorganismus dienen unter anderem Larven des Zebrabärblings. Lenny arbeitete mit Zebrafischlarven, die genetisch so ausgestattet wurden, dass bestimmte neuronale Prozesse sichtbar gemacht werden konnten. Nach der Aufzucht und Vorbereitung der Tiere untersuchte er die Larven mikroskopisch und machte dabei unter anderem Signale der Botenstoffe GABA und Glutamat sichtbar; seine Ergebnisse zeigen zugleich sehr anschaulich, wie wichtig sorgfältige Planung, geeignete Versuchsbedingungen und Ausdauer bei biologischen Experimenten sind.
Forschung hautnah erleben
Für beide bedeutete die Teilnahme weit mehr als ein gewöhnliches Praktikum: Praktische Arbeit mit verschiedenen Labormethoden und einen Einblick in den tatsächlichen Ablauf wissenschaftlicher Forschung. Auch die Zusammenarbeit mit Forschenden, neue Kontakte und das gewachsene Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten gehören zu den wichtigsten Erfahrungen.
Eine besondere Verbindung zur Ziehenschule gibt es auch bei der Organisation des Programms: Geleitet und organisiert wurde es von Dr. Irina Epstein, die selbst ehemalige Ziehenschülerin ist. Weitere Infos zum Programm finden sich unter https://brain.mpg.de/max-planck-junior-scholars.
Wir freuen uns sehr, dass Satriani und Lenny die Ziehenschule bei diesem außergewöhnlichen Forschungsprogramm vertreten haben, und sind gespannt, welche weiteren wissenschaftlichen Wege sich für die beiden daraus ergeben!
Ines Höhler; Bilder: S. Wirantaprawira, I. Höhler (27.08.2026)
Veröffentlicht in: MINT