Die Zukunft ist Frieden
Eine palästinensisch-israelische Reise durch ein versehrtes Land
Begegnung mit Aziz Abu Sarah
Am Freitag, den 23. Oktober, besuchten wir im Rahmen unseres Englisch-Leistungskurses mit unserer Tutorin Frau Rost die Anne-Frank-Bildungsstätte in Frankfurt, um den palästinensischen Friedensaktivisten und Autor Aziz Abu Sarah kennenzulernen. Im Mittelpunkt stand sein gemeinsames Buch mit dem israelischen Friedensaktivisten Maoz Inon: „Die Zukunft ist Frieden“. Maoz Inon konnte aus privaten Gründen leider nicht persönlich anwesend sein, dennoch erfuhren wir auch etwas über seine Geschichte und seine Erfahrungen.
Aziz Abu Sarah erzählte uns von seinem Leben und davon, wie sehr der israelisch-palästinensische Konflikt seine Familie geprägt hat. Während der ersten Intifada verlor er seinen Bruder. Auch Maoz Inon musste einen schweren Verlust erleben: Seine Eltern wurden bei den Angriffen am 7. Oktober 2023 getötet. Trotz dieser persönlichen Schicksalsschläge entschieden sich beide dafür, sich für Frieden einzusetzen, anstatt Hass und Rache in den Mittelpunkt zu stellen.
In ihrem gemeinsamen Buch berichten sie von einer Reise durch Israel und die palästinensischen Gebiete. Dabei begegnen sie unterschiedlichen Menschen, Geschichten und Perspektiven. Ihre Erfahrungen zeigen, wie schwierig es sein kann, einander zu verstehen, wenn Menschen durch Gewalt und Verlust geprägt wurden.
Während des Gesprächs ging es vor allem darum, wie Dialog trotz unterschiedlicher Meinungen und schmerzhafter Erfahrungen möglich ist. Wir konnten Aziz Abu Sarah Fragen stellen und mehr über seine persönliche Geschichte und seine Arbeit als Friedensaktivist erfahren.
Der Vormittag hat uns dazu angeregt, über die Bedeutung von Frieden, gegenseitigem Respekt und Verständigung nachzudenken. Dabei wurde deutlich, dass Frieden nicht selbstverständlich ist, sondern Menschen braucht, die bereit sind, aufeinander zuzugehen und miteinander nach gemeinsamen Wegen zu suchen.
Larisa Pehratovic und Maja Lorenz (3.11.2026)
Fotos: Stefanie Rost
Die Hoffnung nicht verlieren
Das Gespräch "The Future is Peace" berührte uns in einigen Aspekten und Beiträgen. Diese variierten von einem Hoffnungsversprechen zu einem festen Glauben, welcher uns wie ein Wissen vermittelt wurde, dass der Frieden die einzige Option der Zukunft ist. Ein gemeinsames Agieren und das Zusammenschließen von Gruppen, die auch vielleicht nur in kleinen Schritten vorgehen und nicht alle selber Meinung sind, ist wichtig. Sie bemühen sich für Frieden und sehen es als einzige Option. Diese Gruppierungen, die gewaltfrei mit Konflikten umgehen können, können gemeinsam einen Weg schaffen, der von Einigen vielleicht noch für unmöglich gehalten wird, sie sind ein großer Schritt in eine bessere Zukunft, eine Zukunft, in der Frieden herrscht. Auch kleine Taten, die wir alleine hinzugeben. Sie bewirken, gesehen zu werden und eine Stimme zu bekommen, welche gehört wird. Besonders ist rohe Macht nicht der einzige Weg zu dominieren: Innere Stärken, Hoffnung und Empathie sind Attribute, die viel zu häufig unterschätzt werden, aber Großes bewirken können. All diese Aspekte halten viele Leute immer noch für eine Unmöglichkeit und tendieren dazu, besonders in Sicht der Auswegslosigkeit zu Gewalt zu greifen.
Viele Friedensaktivisten, dabei Frauen, Kinder und Männer, darunter Maoz Inon und Aziz Abu Sarah, nutzen ihre Stimme und bewegen die Menschen um sich herum. Sie motivieren gemeinsam eine friedliche Lösung für Konflikte zu finden. Diese Menschen zeigen uns, dass es auch nach traumatischen Erlebnissen wichtig ist, die Hoffnung nie zu verlieren und Hass nicht mit Hass zu bekämpfen. Schlussendlich gibt es auch vielerlei Rollenbilder, die auch Aziz Abu Sarah inspirierten, den heutigen Weg zu wählen. Diese Geschichten berührten uns sehr. Darunter war die Geschichte einer israelischen Lehrerin, die als erste Israelin Aziz Abu Sarah gleichberechtigt behandelte und ihm zeigte, dass es nicht nur zwei Seiten gibt. Außerdem verlieh ihm auch seine Mutter Stärke und Hoffnung, da sie trotz all den Unterdrückungen und schrecklichen Erfahrungen, die sie bereits erlebte, immer liebevoll geblieben ist.
Das gemeinsame Fazit, das wir aus dem Gespräch ziehen ist: Gib niemals auf, schlage keine gewaltsamen Wege ein, die zu nichts führen, als den Kreislauf der Gewalt weiterzuführen. Frieden ist das mächtigste Element, das Leuten ein besseres Leben verleiht und in ihren Beweggründen zusammenschließt.
Merle Beil und Viktoria Gradecac (3.11.2026)
Veröffentlicht in: Europa, Unterricht