Latein an der Ziehenschule

„Salve! Salvete!“ - Herzlich willkommen beim Fach Latein!

An unserer Schule besteht die Möglichkeit, Latein als neu beginnende (3. oder 4.) Fremdsprache in der Oberstufe ab der Einführungsphase zu wählen und mit Abschluss der Qualifikationsphase das „Latinum“ zu erwerben. Latein wird in der Einführungs- und Qualifikationsphase mit jeweils vier Wochenstunden (insgesamt 12 Jahreswochenstunden) als Grundkurs unterrichtet. Latein kann in das Abitur eingebracht werden oder auch als (mündliches oder schriftliches) Abiturfach gewählt werden.

Was haben uns die Römer heute noch zu sagen? -  In der Einführungsphase (E1/E2) geht es vor allem um den Spracherwerb und um die Einführung in das Leben der Römer und Römerinnen (Alltag, Freizeit, Kultur, Religion), das (halbjahrsübergreifende) Thema lautet: „Antike Kultur und Gegenwart“. Gearbeitet wird mit dem lateinischen Unterrichtswerk „Prima. Ausgabe C“ (Buchner-Verlag), konzipiert für Latein als 3. Fremdsprache, bestehend aus Textband, Begleitband (Grammatik, Vokabular) und Arbeitsheft. Der Lateinunterricht kann auf ein multimediales Lernangebot zurückgreifen.

In der Qualifikationsphase (Q1 bis Q4) lesen wir lateinische Autoren – beispielsweise Cicero, Seneca, Plinius, Caesar, Ovid – im lateinischen Originaltext, wir übertragen sie ins Deutsche und befragen sie nach ihrer Aussagekraft für unser heutiges Leben und Denken. Dabei kann die inhaltliche Auseinandersetzung mit der römischen Geschichte und Gesellschaft, mit der antiken (Staats-)Philosophie, Redekunst und Dichtkunst auch uns „modernen“ Menschen ein hohes Maß an „Weisheit“ und „Lebenskunst“ vermitteln. Die Kursthemen lauten im Einzelnen: „Rhetorik“ (Q1), „Staat und Gesellschaft“ (Q2), „Philosophie“ (Q3) und „Rom und Europa“ (Q4).

Die schriftliche Leistungsüberprüfung erfolgt durch zwei Klausuren pro Halbjahr, die in der E-Phase aus Übersetzung und Grammatik, in der Q-Phase aus einer Übersetzungs- und Interpretationsaufgabe bestehen.

Erwerb des „Latinums“

Der Nachweis des „Latinums“ oder zumindest von Lateinkenntnissen ist nach wie vor, also auch nach Einführung der Bachelor- und Master-Abschlüsse – Voraussetzung für zahlreiche Studiengänge. Vielen Studierenden, die sich an der Uni mit Latein abmühen, erscheint es im Rückblick als ein Versäumnis, Latein nicht – in intensiverer fachlicher und persönlicher Betreuung - an der Schule gelernt zu haben. – An der Ziehenschule erhält das „Latinum“, wer Latein – nach (möglichst erfolgreich absolvierter) Teilnahme an den Latein-Grundkursen in  der E- und Q-Phase – Latein entweder als mündliches oder schriftliches Prüfungsfach im Abitur wählt oder im zeitlichen Zusammenhang mit dem Abitur an einer zusätzlichen Prüfung teilnimmt, die aus einem schriftlichen und mündlichen Teil besteht und von dem Fachlehrer bzw. der Fachlehrerin durchgeführt wird; dabei müssen (mindestens) 05 Punkte erzielt werden.

Exkursionen und Unterrichtsprojekte

„Highlight“ des Lateinunterrichts ist eine sechstägige Studienreise nach Rom, die in der Regel zu Beginn der Q-Phase durchgeführt wird. Die Spuren der „alten“ Römer führen uns etwa durch das „Forum Romanum“ zum „Colesseum“, zur alten römischen Hafenstadt „Ostia Antica“ oder sogar bis nach Pompeji. Die Spuren der „Illuminati“ führen uns in zahlreiche Kirchen Roms, wo bedeutenden Kirchenmännern Roms Schreckliches widerfahren sein soll. Und wer will nicht am eigenen Leib erfahren, wie strapaziös das Erklimmen der Kuppel des Petersdoms tatsächlich ist – und wie herrlich der Ausblick von oben über die „Ewige Stadt“!? - Exkursionen in die (nähere und weitere) Umgebung Frankfurts – beispielsweise nach Trier, wo eine Schülergruppe eine Stadtführung sogar auf Latein erlebte,  oder zur Römervilla nach Bad-Neuenahr -, aber auch Museumsbesuche (zum Beispiel ins Liebieghaus/Ffm.) können die Begegnung mit der Lebenswelt der Römer im Unterricht anschaulicher und lebendiger machen.

Im Festjahr „100 Jahre Ziehenschule“ 2013 haben wir ein Latein-Projekt über das römische Schulwesen durchgeführt: „Die Schule – Pauken und Prügel im Alten Rom“, das einen Ausflug zur Saalburg einschließlich einer Führung zur „Schule im Alten Rom“ beinhaltete. Besondere Aufmerksamkeit galt den Klagen der römischen Schülerinnen und Schüler über die schlechten und allzu strengen Lehrer sowie den Methoden des Unterrichtens, welches ohne die „ferula“, die Rute, nicht auskam – die „ferula“ war „sehr verhasst bei den Kindern, doch willkommen den Lehrern“ (Martial). Den Höhepunkt und Abschluss des Projekts bildete die Inszenierung und Vorführung einer typisch römischen Schulstunde, getreu nach den Grund- sätzen der römischen „Brüll- und Prügelpädagogik“.

Fotos von der Romfahrt 2012

- Colosseum:

- Ostia Antica: Amphitheater (Theatermasken)

- TeilnehmerInnen der Studenfahrt nach Rom 2012 im Amphitheater von Ostia Antica

- Latrinen in Ostia Antica und Speisekarte an der Wand einer Taverne in Ostia Antica

Wozu Latein?

"Zukunft braucht Herkunft!" - Von grundlegender, fundamentaler Bedeutung im Sprachenprofil der Ziehenschule als Europaschule ist Latein, die "Mutter" der europäischen bzw. romanischen Sprachen. Wer die Sprache der "alten" Römer beherrscht, stößt bis zu den Wurzeln der abendländischen Kultur vor. Der Sprachenunterricht in Latein ergänzt und vertieft die erworbenen Sprachkompetenzen in den modernen Fremdsprachen und im Deutschen. Latein fließt in die Alltagssprache ein und erleichtert das Verständnis von Fremd- sprachen. Latein fließt in die Fachsprache ein und erleichtert das „Mitreden“ im Bereich von Medizin, Jura, Wirtschaft/Politik, Feuilleton. Das lateinische bzw. römische Erbe lebt weiter in der Literatur, Philosophie, Rechtsprechung, Baukunst, u.v.m. Und das „Latinum“ ist Voraussetzung für zahlreiche Studiengänge.

Wer ist bei uns richtig?

Wir freuen uns auf alle, die

- mit Caesar rufen: „Veni, vidi, vici!“ - und wissen wollen, ob Caesar ein Angeber war…

- gerne die Gladiatoren (besser nicht) zitieren : „Morituri te salutant!“ – und wissen wollen, welches Schicksal dann auf sie zukommt…

- Lust hätten, sich mit dem Papst auf Latein zu unterhalten

- neugierig sind, die antike Welt kennenzulernen (und deshalb vielleicht auch Spaß an Geschichte haben)

- „ad fontes“, zu den Quellen der abendländischen Kultur vordringen wollen

-  die Spuren oder „Reste“ der Antike bis in die Gegenwart verfolgen wollen

- Spaß am „Rätseln“ – nicht am Raten – und am logischen Kombinieren haben (und deshalb vielleicht Mathe und/oder Deutsch mögen)

- und alle anderen an Latein grundsätzlich Interessierten natürlich auch!

Die Fachschaft


Birgit Blankenberg (Latein/Deutsch/Geschichte/katholische Religion)


Valérie Weishaupt (Latein/Französich/Geschichte)

Extras

Quiz: Fußballfreuden – Anleihen aus dem Lateinischen

Felix, der treffsichere Libero des Fußballvereins Victoria Eschersheim, stürmt Richtung Tor. In Sachen Torschüssen konkurriert er mit seinem besten Freund Marcus: Wer holt das Maximum an Treffern heraus? Heute klappt es mit dem Toren nicht so optimal, denn die gegnerischen Amateure der Concordia Bornheim verfolgen eine Defensivstrategie: Sie bunkern sich im Elfmeterraum ein. Ein besonders aggressiver Defensivspieler tritt dem Felix so rabiat ins Schienbein, dass Felix mit der Bahre abtransportiert werden muss: Platzwunde mit immensem Blutverlust, Fraktur des Schienbeins.

Die schönste Nebensache der Welt hat ein delikates juristisches Nachspiel für den Aggressor: Wegen besonders inhumanen Verhaltens beim Sport entscheidet der Jurist auf pekuniäre Entschädigung zugunsten des Opfers: In einem juristischen Verfahren wird als Disziplinarstrafe ein Schmerzensgeld zugunsten von Felix in der Höhe von 5000,- € verhängt.

Summa summarum: Zu ambitionierte Fußballer müssen, wenn sie zu Brutalität neigen, durch strenge Regeln diszipliniert werden. 

Wer weiß es? Wie viele Begriffe der Fußball-Fachsprache bzw. welche Fremdwörter kommen aus dem Lateinischen und welche Bedeutung haben sie? Welches lateinische Wort liegt ihnen jeweils zugrunde?