Zeitzeugengespräch

Gespräch mit den Nachkommen einer ehemaligen Frankfurter Familie

Unser Geschichtskurs der Q2 traf am 7. Mai vier Angehörige der jüdischen Familie Bukspan, deren Großeltern und Eltern 1938 aus Frankfurt vertrieben wurden.

Die Gäste, die teilweise aus Israel, Norwegen und den USA angereist waren, nahmen sich drei Stunden Zeit, um mit uns ihre Erfahrungen als Zeitzeugen der zweiten Generation zu teilen.

Bereits vor dem Treffen gab uns unsere Lehrerin Frau Engelhardt einen von Martina Faltinat vom „Projekt Jüdisches Leben in Frankfurt“ verfassten Artikel (externer Link) über die Geschichte der Familie.

Den Großeltern und Eltern unserer Gäste gelang es 1938 über Polen nach Israel zu emigrieren. Bei dem Gespräch, das im Medienhaus der ev. Kirche in der Frankfurter Innenstadt stattfand, bekamen wir einen Eindruck davon, wie es war, im neu gegründeten Staat Israel aufzuwachsen. Außerdem erzählten sie davon, dass in ihrer Familie kaum über das Leben in Frankfurt und die Deportation gesprochen wurde und dass sie erst im Erwachsenenalter von der Familiengeschichte erfuhren. Auch das Erlernen der deutschen Sprache war nicht selbstverständlich, was die Kommunikation mit den Großeltern erschwerte, da die Nachkommen Hebräisch und Englisch lernten.

Wir stellten den Gästen viele Fragen, auf die sie immer sehr ausführlich und eindrucksvoll antworteten. Themenschwerpunkte waren Antisemitismus heutzutage und die aktuelle politische Situation in Israel.

Es war auch noch Zeit, dass einige von uns Schülern von ihrer Familiengeschichte berichten konnten, in der häufig auch Flucht und Migration Thema waren.

Zuletzt gingen wir noch zu den Stolpersteinen von Moshe, Toni, Ruth und Edith Bukspan, Familienangehörigen unserer Gäste, die nicht fliehen konnten und von den Nationalsozialisten ermordet wurden. Die Stolpersteine befinden sich in der Mainstraße und sollen, wie vier Namenstafeln an der Gedenkstätte am Börneplatz, an die Familie Bukspan erinnern.

Wir fanden das Treffen und Gespräch sehr interessant, da die vier Besucher uns sehr genau veranschaulichen konnte, wie die Erfahrungen ihrer Eltern ihre Kindheit prägte und was es bedeutete, im jungen Israel aufzuwachsen. Es hat uns gefallen, dass wir nach unserer Meinung gefragt wurden, sodass alle in das Gespräch eingebunden waren.

Text: Juliane Schalk; Fotos: Martina Faltinat

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