Schule mit besonderer Förderung in Musik

Ziehenschule erhält Urkunde zum Prädikat

Die Auszeichnung der Ziehenschule für ihre besondere Arbeit in Musik ist eigentlich überfällig, denn auch in der Vergangenheit hat die Schule immer wieder musikalisch auf sich aufmerksam gemacht, etwa durch den großen und leistungsfähigen Chor. Im Rahmen des Schulkonzertes in der Kirche St Joseph erhielt sie am 13.12.2018 die Urkunde und damit das Prädikat „Schule mit besonderer Förderung in Musik“.

Gesamtkonferenz, Elternbeirat und Schülervertretung, Schulkonferenz, Schulleitung und natürlich die Fachschaft Musik waren sich einig darin, den Antrag beim Staatlichen Schulamt für die Stadt Frankfurt zu stellen. Und tatsächlich war es kein Problem, das für das Prädikat notwendige hohe musikbezogene Engagement nachzuweisen und die entsprechenden Voraussetzungen zu erfüllen.

Geeignete Fachräume und ein Fundus von Instrumenten, die an die Schülerinnen und Schüler verliehen werden können, stehen zur Verfügung. Aktuell sind es mehr als 50 Instrumente. Zahlreichen Kooperationen laufen mit Instrumentallehrkräften u.a. für Klavier, Querflöte, Geige, Bratsche, Cello und Kontrabass, die den Unterricht zum Teil in den Räumlichkeiten der Schule anbieten. Für den Instrumentalunterricht stehen neben den Musik-Fachräumen weitere Räume zur Verfügung, in denen nachmittags ab Klasse 5 in intensiver Zusammenarbeit mit der Musikschule Frankfurt e.V. die Förderung musikalischer Talente stattfindet.

Neben dem regulären Unterrichtsangebot in Musik bietet die Ziehenschule aber auch selbst verschiedene Möglichkeiten zur künstlerischen Entfaltung ihrer jungen Musikerinnen und Musiker an. Die Basisarbeit: Alle Kinder der Klassen 5 und 6 lernen im Rahmen des regulären Musikunterrichts das Blockflötenspiel und damit Noten lesen im praktischen Einsatz. Ein Drittel aller Schüler engagiert sich in den Ensembles der Schule, die mehrmals im Jahr - innerhalb und außerhalb Frankfurts - öffentlich auftreten: zwei Chöre, zwei Orchester und eine Big Band. Für die Mitglieder der Chöre und Orchester finden regelmäßig mehrtägige Musikfreizeiten statt. Zweimal im Jahr (Dezember und Juni/Juli) gibt es Schulkonzerte. Zwei Kammermusikabende im Schuljahr geben jungen Solisten die Möglichkeit, ihre Fähigkeiten vor einem schulischen Publikum zu zeigen.

Die Schülerinnen und Schüler in den Klassen 5 und 6, die im Rahmen des jeweils zweijährigen Projekts „Brass Band“ ein Instrument lernen, arbeiten mit Fleiß, denn sie haben jeweils eine Gruppenstunde Instrumentalunterricht sowie eine Stunde Ensemblemusizieren, also über zwei Jahre zwei zusätzliche Wochenstunden. Kreativität und Eigentätigkeit werden nicht zuletzt in der durchaus originellen Straßenmusik-AG gefördert. Diese ist wohl die einzige AG dieser Art in Frankfurt.

Das Musik-Prädikat würdigt die Arbeit der Schule, aber es bedeutet nicht zuletzt auch einen musikalischen Schritt in Richtung weiterer Vernetzung und musikalischer Öffnung und Entwicklung. So ist die Schule z. B. gerne bereit, ihre musizierenden Kinder auch einmal in Grundschulen zu senden, um hier Vorbild zu sein und zum frühen Musizieren anzuregen.

Musikalische Öffnung funktioniert aber auch anders herum. Bereits einen Tag nach der Urkundenverleihung, am 14.12.2018, war die Ziehenschule Gastgeberin für Professorin Steffie Winker (ehemals Soloflötistin des Gewandhausorchesters in Leipzig), die mit Studierenden ihr Instrument die Flöte vorstellte und Werke verschiedenen Komponisten erklingen ließ. Der Besuch ist Teil einer langen Zusammenarbeit des Staatlichen Schulamtes mit dem bundesweiten Projektes „Rhapsody in school“, das der berühmte Pianist Lars Vogt ins Leben gerufen hat.

Frau Christiane Rogler (Schulleiterin) und Frau Kathrin Grabner (Fachvorsteherin Musik) freuten sich, zur Verleihung der Urkunde Herrn Christoph Gotthardt (Fachberater für Kultur) des Staatlichen Schulamtes und Herrn Christoph Hornbach (Direktor der Musikschule Frankfurt e.V.) als Gäste des Konzertes zu empfangen.

Text: Christoph Gotthardt, Staatliches Schulamt Frankfurt (13.12.2018)

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