Schreibtipps vom Profi

Literaturwerkstatt mit der Jugendbuchautorin Stefanie Neeb

Spannende Geschichten selber schreiben – aber wie? Das plagt so manche Schülerinnen und Schüler im Deutschunterricht. Und auch Autorinnen und Autoren haben hier manchmal Startschwierigkeiten – aber eben auch Strategien, wie vor allem der Anfang einer Geschichte Interesse und Neugier bei den Lesern wecken kann.

Ein praktisches Beispiel aus ihrem spannenden Jugendbuch „Und wer rettet mich“, verbunden mit einer Literaturwerkstatt, präsentierte die Autorin Stefanie Neeb in einem Vormittagsprojekt in der Themenwoche in der Klasse 8d und löste damit viel Motivation zum Selberschreiben aus. Zunächst las die Jugendbuchautorin, die früher selber als Lehrerin tätig war, den Romananfang ihres erfolgreichen Werks vor und regte die Klasse dazu an, Vermutungen über den Fortgang der Handlung und die Entwicklung der Figuren zu äußern. Daraus entspann sich eine interessante Diskussion, in deren Verlauf Stefanie Neeb viele wertvolle Einblicke in ihre praktische Tätigkeit als Schriftstellerin gab.

In der anschließenden Literaturwerkstatt wurden praktische Schreibtipps diskutiert und selber ausprobiert. Dazu legte die Autorin einen „langweiligen“ Romananfang vor: „Es war dunkel auf der Straße und Jaden hatte Angst. Niemand außer ihm schien um die Uhrzeit und bei der Kälte noch draußen zu sein. Aber er hatte es seiner kleinen Schwester versprochen, sie vom Turnen abzuholen. Seine Eltern waren , wie jeden anderen Freitag auch, mir ihren Freunden verabredet. Nur leider früher als sonst. Deswegen musste er jetzt durch die Kälte laufen…“

In Partner- und Gruppenarbeit entstanden viele spannende Neuanfänge zu dieser Geschichte: „Doppelkopf... mit Martha und Bert, wie kann das meinen Eltern nicht langweilig werden, wenn eh jeden Freitag Bert gewinnt. Und da meine Schwester Kathi noch nicht alleine vom Turnen nach Hause laufen kann, muss ich natürlich einspringen, als hätte ich nichts Besseres zu tun. Genervt greife ich nach meiner Jacke und schmeiße die Tür hinter mir zu. “ 
Von Lilli Tiesler, Annika Cordes und  Marisa Wildner

Am Ende des Vormittags gab es fast nur begeistere Kommentare: „Ich bin nicht sehr motiviert hergekommen…, aber es hat sehr Spaß gemacht und war VIEL besser als erwartet.“ „Eine tolle Veranstaltung!“ „Ich hätte fast lieber noch etwas länger für die Schreibaufgaben Zeit gehabt.“

Text und Bilder: Brigitte Bergmann (1.3.2019)

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