Deutsch-Französische Freundschaft

Der französische Abgeordnete Christophe Arend zu Gast an der Ziehenschule

Le Jeudi le 6 décembre le député français Christophe Arend a rendu visite à la Ziehenschule. Il fut accueilli par les élèves des LKs de français de la 10. 11. et 12. Klasse lui ayant posé des questions sur son travail politique. M. Arend a également présenté son travail politique notamment son engagement pour l’amitié franco-allemande et a mis en valeur l’importance de l’UE.

Am Donnerstag, den 06.12., kam der französische Abgeordnete Christophe Arend an die Ziehenschule, um in offener Runde mit Schülern und Schülerinnen der beiden Französischleistungskurse und einigen Schülern der 10. Klasse über seine Arbeit und die Bedeutung der deutsch-französischen Freundschaft zu sprechen.

Nachdem die Ziehenschule unter dem besonderen Aspekt der Europaschule vorgestellt wurde, stellte Herr Arend sich kurz vor: Seine berufliche Karriere begann er als Zahnchirurg, doch der zunehmende Einfluss der rechtsextremen Partei FN in seiner Heimatstadt an der Mosel, brachte ihn dazu, 2014 in die Politik einzusteigen. Sein Wunsch ist es, Politik, die den Menschen nahe ist und ihnen zuhört, zu betreiben, so wie es die Bewegung Macrons „En Marche“ versucht.

Die Wichtigkeit der EU und einen weiteren Anreiz, sich politisch zu engagieren, begründet Herr Arend darin, einen Krieg unter Anderem in seiner Heimatstadt und der angrenzenden deutschen Stadt verhindern zu wollen. Wie er an einem persönlichen Beispiel aus seiner Kindheit erläutert, ist das Abschaffen der Grenzen einer der größten Erfolge der EU.

Im französischen Parlament ist er Mitglied der Versammlung für Nachhaltigkeit und Vorsitzender der deutsch-französischen Freundschaftsgruppe. In dieser ist er vielseitig tätig und arbeitet vor allem mit deutschen Kollegen an einem neuen Freundschaftsvertrag der beiden Elyséestaaten, welcher die Gründung eines Parlaments von deutschen und französischen Abgeordneten vorsieht. Um den Erhalt und die Solidarität der EU zu gewährleisten, müsse man mit gutem Beispiel vorangehen und den anderen Mitgliedstaaten „Lust“ auf die EU geben. Nur durch intensive Zusammenarbeit und Unterstützung sei die EU in der Lage ihr vollständiges Potenzial gänzlich zu entfalten und in der Weltpolitik mitzuspielen. Die Länder müssen vor Allem miteinander kommunizieren; Alleingänge wie im Bereich der Immigration und des Terrorismus seien nutzlos.

Was Kooperation und Dialog betreffe, sei die deutsch-französische Freundschaft weit vorangeschritten, es werden zum Beispiel Austausche und bi-nationale Studiengänge angeboten. Auch in den Medien (Arte) wird viel zusammengearbeitet. Doch Arend hat größere Pläne: er möchte solche Projekte auch auf EU-Ebene verwirklichen.

Mit einem gewissen Realismus betrachtet er dennoch die Zukunft der EU. Zwar könne er sich einen europäischen Staat als Ganzes mit verschiedenen „Bundesländern“ vorstellen, doch die Bürger müssen selbst entscheiden: wählen sie gegen die EU, müsse man entsprechende Konsequenzen ziehen und dementsprechend reagieren.

Nach ein paar Fragen von Seiten der Schüler, seine Vision von Europa betreffend, appelliert er an uns als Verteidiger der EU. Wir als Schüler, die eindeutig von der europäischen Union profitieren, können diese verteidigen, natürlich unter der Voraussetzung, wie Arend sagt, dass Politiker, wie er, ihre Arbeit gut machen. Trotz Allem rät er uns, Kontakte zu knüpfen und uns mit anderen jungen Menschen auszutauschen, um für ein gewisses Maß an Solidarität in unserer Generation zu sorgen. In Bezug auf ältere Generation können wir uns mit ihrer Hilfe bewusst machen, wie das Leben vor der EU war, um dafür zu sorgen, dass sich diese Verhältnisse und vor Allem der Krieg nicht wiederholen.

Zum Abschluss gab er uns sogar noch seine Email-Adresse, falls uns noch Fragen oder Ideen einfallen. Alles in allem war es eine sehr schöne und interessante Erfahrung, sich so offen und locker mit einem Politiker austauschen zu können. Die Verdeutlichung der Bedeutung und Fortschritte der europäischen Union zeigt uns, welche Rolle wir als Generation haben, insbesondere bezogen auf die drohende Gefahr des Populismus.

Text: Charlotte Schäfers, Louis Matthay, Fleur Wörner; Bilder: Yuri Hussain (11.12.2018)

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